Tag 5 – Kreuth-Achenkirch 🇩🇪-🇦🇹

Heute geht es also aus Deutschland heraus nach Österreich, von Bayern rüber nach Tirol. Rüber passt hier ganz gut, da ich die Grenze ungefähr am höchsten Punkt des Tages überquere. Aber der Reihe nach…

Nach einer recht guten Nacht (insgesamt schlafe ich m. E. für die Anstrengungen immer recht wenig) und einem großen Frühstück starte ich. Selbst am Lampenschirm lässt sich erkennen, dass ich mich im Gasthof zur Post befinde.

Aber genau so stell ich mir die Einrichtung in diesen Gefilden auch vor!👍

Das Wetter ist heute morgen deutlich besser, als erwartet. Eigentlich sollte es kühler sein und zeitnah auch nasser.

Daher fliegt die Jacke auch recht schnell in den Rucksack.

Zunächst noch wieder entlang der Weißach bekomme ich auch direkt einen schönen Blick auf den Leonhardstein (1449m).

Ein paar Hundert Meter weiter verwundet mich dies Schild. Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. 😂 Aus Sicherheitsgründen wechsel ich die Straßenseite.🙈

Und wieder sehe ich heute eine wunderschöne Natur am Wegesrand. Und Eichhörnchen flitzen vor mir über den Weg (leider ohne auf das Foto zu warten)

Bald bin ich am „Alten Bad“ von Wildbad Kreuth vorbei und ich folgen den Wegen zum Aufstieg auf die Blaubergalm.

Ich gehe anfangs um den Gernbergkopf und im weiteren Verlauf um den Hohen Gernberg herum und steige weiter auf. Es geht vorbei an der Geiß-Alm und ich bin recht überrascht, wie Anspruchsvoll diese Strecke zu Beginn der Alpen doch schon ist.

Über die Graseckwand komme ich auf 1536 Meter und erspare mir hier den Gipfel Aufstieg auf den neben mir aufragenden Schildenstein. Die Aussicht ist noch OK, aber witterungsbedingt kein Vergleich zu gestern.

Schildenstein (1613m)

Noch vorbei am Predigtstuhl (1562m) überschreite ich die Grenze zu Österreich und erreiche kurz darauf die Blaubergalm.

Predigtstuhl in den sinkenden Wolken

Die Maskenpflicht bzg. Corona, wie ich (und hier heute viele andere auch) sie aus Deutschland aktuell für die Hütteninnenbereiche (wie auch Restaurants) kennen, gibt’s hier aktuell nicht mehr.

Da dies heute auf meinem Weg so ziemlich die einzige Möglichkeit zur Jause darstellt, pausiere ich länger. Es gibt Leberkäse mit Spiegelei und Kartoffelsalat! Sehr lecker!! (aus Mitgefühl erspare ich Euch das Foto – es war seeehr lecker! 😋)

Da es sich jetzt doch deutlich abgekühlt hat (ich hab mich auch schon wieder mehr eingepackt) und es jetzt doch nach Regen aussieht mach ich mich auf den Weg runter über Achenwald nach Achenkirch.

Auch die Wolken folgen mir zügig nach unten

An dieser Stelle, wo ich so unspektakulär bergab gehe beschäftigen mich wieder ein paar Themen aus dem Leben.

Zwei davon möchte ich hier noch hervorheben .

1. Warum eigentlich wandern?🤔Und woher hab ich diesen Fimmel bloß?

2. Warum hat mein treuer Begleiter, mein Wanderstock eigentlich keinen Namen, obwohl wir diese Tour so Hand in Hand gemeinsam durchziehen. ( Ich habe Ihn vor einigen Jahren von Insa zu meinem 40. Geburtstag bekommen – Du hast meine Begeisterung zum Wandern ja auch schon lange erkannt 😍😘)

Und wie ich diesen beiden Themen eine Verbindung geben möchte!

Ich fang mal vorne an. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in meiner Kindheit und Jugend mal anders Urlaub gemacht haben, als in die Berge zu fahren. Früher nach Grassau im Chiemgau, später nach Schenna in Südtirol. (wo ich hoffentlich später im September auch noch durch kommen werde). Bestimmt war ich damals nicht immer für jeden Berg begeistert, aber irgendwie hat sich da wohl was festgesetzt. Und das ist gut so! Es gibt für mich keine schönere Art, mich auszupowern und gleichzeitig zu entspannen.

Eine meiner ersten Touren 😊
Und auch später immer mit einem Lächeln!

Und hier noch ein ganz frühes … (Sorry Anke! Damals gab es noch keine Datenschutzverordnung. Also verwende ich das hier einfach mal! 😬 Musst Dich bei Mama beschweren, bestimmt hab ich das Bild von Ihr bekommen 😜)

Frühkindliche Infizierung mit „Bergwandern“

Was will ich damit sagen? Mama und Papa (von wo auch immer Du jetzt von oben zuschaust), diese Leidenschaft habt Ihr wohl in mir entzündet, oder die Grundlagen dafür gelegt.

Dafür bin ich heute sehr dankbar!😘

Womit ich zu dem zweiten Punkt komme….

Der Wanderstock heißt jetzt Kalle!

Es heißt ja bekanntlich „der Stock“, also hielt ich Else für nicht ganz passend. Aber Karl-Heinz war mir an dieser Stelle zu lang. „Insidern ist dieser Bezug klar, und das muss an dieser Stelle auch reichen. Und so, wie „Kalle“ früher meine Hand beim wandern genommen hat, macht er das eben auch heute!😊

Über was man sich nicht alles so Gedanken macht, nech…😊

So, aber jetzt mal wieder zur Wanderung an sich…

Unterwegs rüste ich um auf Regenschutz, und schon nach kurzer Zeit schüttet es wie aus Eimern.

Auch ein Gewitter deutet sich erst noch an, aber es bleibt mit Donner ohne Blitz im Rahmen und ich gehe die letzten 2 bis 2,5 Stunden für heute in immer noch zunehmendem Regen. Fotos gibt’s davon leider nicht mehr, da auch das Handy schon recht nass in der Tasche klebt. Klatschnass bis auf die Knochen erreiche ich mein B&B und die warme Dusche in Achenkirch.

Jetzt mal ehrlich, ich dachte ich bin echt gut ausgerüstet, aber mir ist am Ende wirklich das Wasser vom Rücken über den Ar… ähm Hintern(!) bis in die Socken gelaufen.

Mit Entsetzen muss ich dann noch feststellen, dass mein Stecker für das USB Ladekabel sich entschlossen hat sich von mir zu trennen und es sich weiterhin in Kreuth im Gasthof gemütlich macht.🙈 Glücklicherweise hat mein freundlicher Gastwirt im B&B Ersatz am Start, den ich behalten kann. Auch hier haben sich wohl schon häufig ähnliche Trennungsereignisse ergeben.😝

Da die nassen Sachen inklusive meiner Schuhe jetzt im Trockenraum versuchen sich für morgen wieder einsatzfähig vorzubereiten und ich vom Leberkäse immer noch gut gesättigt bin, entscheide ich mich ohne großes Abendessen in der Unterkunft zu bleiben und die Ereignisse des Tages bei einem* leckerem Weizenbier in Buchstaben zu bringen. (*Anmerkung der Redaktion: die Anzahl war bei Redaktionsschluss noch offen, konnte aber nicht ständig nach oben tariert werden)

Was war noch…?🤔 Ach ja, ob die Bayern eigentlich wussten, dass ein „echter“ amtierender Preußen König gerade durch Ihr Land gereist ist? 🧐

Preußisch-Eylau König 2019 (und 2020 immer noch – Dank Corona)

🤔 Zumindest ist mir nicht aufgefallen, dass hier irgendwo geflaggt war. Sicherlich hat die Botschaft die Mitteilung wieder nicht rechtzeitig herausgegeben.😂

Aber jetzt Schluss mit lustig für heute. Eins möchte ich noch los werden…

Heute war, bis auf das abschließende Wetter ein recht emotionaler Tag für mich. Woher auch immer. Ich hoffe ich konnte auch das ein wenig zum Ausdruck bringen.

Aber genau das ist es, was diesen Weg zum Ziel macht!😢😊💪

Hier nun noch Statistik…

7 Kommentare zu „Tag 5 – Kreuth-Achenkirch 🇩🇪-🇦🇹

  1. Das hast Du sehr schön geschrieben. Und ich kann mich noch sehr gut erinnern wenn Ihr in die Berge gefahren seid. Ich war immer neidisch, weil Ihr nach Südtirol über den Brenner gefahren seid. Wir sind immer in Deutschland geblieben…… 😂 Die Tour wird Karl-Heinz sehr stolz machen….. Pass auf Dich auf.

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  2. Mein König! Wie schön Deine Erlebnisse lesen zu können! Einfach genial! Bin nicht so der Berge-Mensch, aber ich denke nach, dieses auch mal zu versuchen… Mach jedenfalls weiter so. Das zu lesen und zu sehen ist für mich ein kurzweiliger URLAUB! Dir weiterhin die schönsten Erlebnisse. Dein Ritter

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  3. Die Namensgebung Deines Wanderstocks hat mich sehr berührt. Ich schließe mich Wolle an mit Lesen und Urlaub und so. Wirklich sehr unterhaltsam und entspannend, Deinen Zeilen hier zu folgen.

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