Tag 7 – Pertisau-Karwendelrast

Heute wird es allein wegen dem Wetter spannend. Ich hoffe, ich kann die Etappe komplett gehen.

Ich fühle mich zunächst etwas schlapp heute morgen. Obwohl ich ganz gut geschlafen hab. Ich glaube ich hab gestern sehr gut, aber zu viel gegessen.

Also erst mal alles in Ruhe angehen und den Rucksack startklar machen. Als alles wieder gut verpackt ist, geh ich Frühstücken. Erst mal Kaffee!! Da nur ein Brötchen rein geht (es tut mir in der Seele weh, aber Rührei geht noch nicht rein 😭), schmier ich mir noch eine Semmel für später.

Es geht mir schon etwas besser und ein bisschen Energie kommt auf. Ach ja, die Schuhe sind auch endlich wieder trocken! (Zum Glück lag an der Rezeption die Tiroler Tageszeitung aus. 😬

Lesen würd ich die aber jetzt nicht mehr 🤪

Nur noch die verbrauchten Getränke da lassen und auschecken…

Es geht los in Pertisau (Bergland Hotel).

Meine Frau meinte, ich wachse langsam zu… ich hab mir die Bikini Zone dann jetzt mal wieder frei geschnitten. Für mehr war keine Zeit 😬

Ich gehe in Richtung Gramaialm. Die Wettervorhersage sagt, es soll bis Nachmittag trocken bleiben. Mit etwas Glück auch den ganzen Tag, wenn ich rechtzeitig über‘n Berg bin. Die Frostgrenze ist heute auf 3.200m angekündigt. Wenn ich mich nicht versehentlich in irgend einem Paragliding Schirm verhedder, sollte ich da nix mit zu tun haben. Handschuhe bleiben im Rucksack! 😂.

Ich folge von Pertisau aus dem „Adlerweg“. Er führt vorbei an der Falzthurnalm zur Gramaialm.

Schon nach kurzem Weg bin ich von den beidseitig aufragenden Felswänden sehr beeindruckt. Ich habe zwar keine Angst, aber schon gehörig Respekt vor dem, was heute ansteht.

Das ist schon ein etwas anderes Kaliber, als in den letzten Tagen.

Auch die Holzbrunnen haben andere Kapazitäten 😂

Grob geschätzt würden hier wohl 13-14 Kisten Bier zum Kühlen rein passen. 🤔 Christian, wie lang ist der Crafter?

In der Gramaialm schaue ich mich ein wenig um und raste kurz an einer von mehreren geöffnet Hütten.

Nach einer kleinen Hollunderschorle und einem kurzen Beratungsgespräch mit dem Wirt zu Wetterlage und möglichen Aufstiegsrouten entscheide ich mich für den Weg über die Lamsenjochhütte. So besteht die Möglichkeit sich aufzuwärmen oder zu unterbrechen, falls das Wetter doch noch umschlagen sollte.

Noch ein Blick zurück zur Gramai

ALTER FALTER!!! Was für ein Anstieg! Über zunehmend schmaler und steiler werdende Schotter und Fels Pfade geht es auf knapp 4km jetzt 700 Höhenmeter hinauf. Nach Fotos ist mir erst oben wieder zumute.

Zwischendurch überlege ich ob bzgl. des Rucksacks meine„Haben ist besser als brauchen“ Strategie wirklich noch die Richtige ist.

Die Wirtin berichtet mir später in der Unterkunft, dass schon einige Wanderer der Langstrecken nach dem Weg zum Postamt gefragt haben. Überflüssiges ab ins Paket nach Hause. Aber noch bin ich tapfer und klammere!😜

Aber nach knapp 2 Stunden bin ich oben und mach eine ausgiebige Pause. Tolle Aussicht, trotz einiger Wolken in den Gipfeln.

Als ich das Sauerstoffzelt wieder verlassen kann, wechsel ich erst mal Shirt und Jacke. Auch ohne einen Tropfen Regen ist beides wieder komplett durch.

Den geplanten Abstieg muss ich leicht variieren und statt Wanderpfad zunächst einen Schotterweg nehmen.

Weiter unten sehe ich später auch warum.

Die Felswände beim Abstieg setzen denen des Aufstiegs noch mal einen drauf!

An der Wand gegenüber meines Weges hat wieder einer den Schnee nicht geräumt.🙄

Manmanman, einmal mit Profis arbeiten 🙄

Kurz hinter dieser Kurve kommt mir erst eine Frau entgegen. Sie wandert bergauf. Ich denk mir nichts dabei. Ein paar Minuten später ein älterer Mann auf dem Fahrrad. Und fragt mich, ob ich seine Frau gesehen hätte. Er hätte Sie nach eigener Aussage ja längst eingeholt haben müssen. Ich grins mir ordentlich einen und muss aufpassen, nicht loszulachen. Das war auch noch ein E-Bike. 😂

Die Wände rechts und links bleiben weiter beeindruckend, ja fast bedrohlich.

Aber so langsam wird es wieder etwas flacher und ich kann wieder etwas mehr Geschwindigkeit aufnehmen.

Die leeren Flussbetten der Gebirgsbäche lassen erahnen, was hier zur Schneeschmelze los ist.

Ich passiere das Gebiet der Stallenalm und komme meinem heutigen Ziel, dem Gasthaus Karwendelrast so langsam näher.

Ein Gebilde (ist das Kunst, oder kann das weg?🤔) erweckt meine Neugierde.

Na, da bin ich aber erst mal beruhigt – mal sehen, was Italien dann zu den Bären zu bieten hat 🙈

Ich laufe langsam über die Ausläufer des Karwendelgebirges und kann die erste Sicht auf die Kitzbühler und Tuxer Alpen erhaschen und stärke mich für den heutigen Endspurt mit der Semmel vom Frühstück.

Meine Trinkflaschen kommen übrigens aus Filzmoos! 💪😊

In der letzten Stunde vor Eintreffen in der Karwendelrast habe ich mehrfach eine tolle Sicht auf die angrenzenden Gebirge und meine Aufgabe der nächsten Tage.

Kitzbühler Alpen
Tuxer Alpen

Ich bin angekommen! Und genieße den Ausblick auf das, was kommt…😊

Morgen geht’s dann durch‘s Tal und rüber, hinein in die Tuxer Alpen 😎. Es soll wieder wärmer und beständiger werden.

Durch die Bayrischen Voralpen hindurch, am Rofan vorbei und durch das Karwendel bin ich jetzt. Morgen müsste noch vor der Mittagszeit die 200km Marke geknackt sein.

Der Weg ist das Ziel!

Ich bin für heute platt! Gute Nacht!

Hier noch die Statistik…

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