Tag 15 – Sterzing-Penser Joch

Heute soll es wieder bergauf gehen! Mit dem Wetter und auch bzgl der Höhenmeter.

Gepackt, Gefrühstückt, Ausgecheckt und losgehen! Ca. 1500 Höhenmeter aufwärts liegen vor mir.

Nachdem ich durch den Ortskern durch bin, biege ich links ab und folge nicht dem Weg Richtung Jaufenpass! Die Vielzahl der Biker schon.😊

Hier warten schon die Schneefräsen auf Ihren nächsten Einsatz. Der wird sicherlich schon in einigen Wochen nötig werden.

Über den Zinseler soll es zum Penser Joch gehen.

Nach einigen hundert Metern kann ich die Straße verlassen und gehe eine ganze Weile, immer wieder auch steilere Anstiege durch einen Fichtenwald.

Später kreuze ich die Straße und bin dann weiter auf einem Forstweg unterwegs. Aber ohne Kompromiss geht’s hoch.

Das letzte, was ich vorm Mittag an Zivilisation sehe, sind Filet, Zwiebelrost und Roulade 😜.

In einer Lichtung blitzt Sterzing durch die Bäume.

Wasser wird am Wegesrand angeboten und auch Himbeeren wachsen hier oben.

Nach der nächsten Kurve erwarten mich plötzlich viele Passanten…

Nachdem sie mich ohne große Aufregung durchgelassen haben, scheinen alle wohl Gefallen an meinem Stock gefunden zu haben. Oder sie verwechseln mich mit sonst wem.🙈

Jedenfalls folgt mir die gesamte Truppe erstmal bergauf.

Ich könnte hier bestimmt auch als Schäfer anheuern.😜

Ich gehe unauffällig und zügig weiter und irgendwann lassen sie mich dann doch alleine weiter ziehen.

Am ersten Gipfel des Tages, dem Mandlseitenjoch hab ich noch mal eine tolle Sicht auf Sterzing.

Aber um zum Penser Joch zu kommen, muss ich noch weiter hoch. Erst hinter dem Gipfel des Zinseler geht der Weg wieder runter zu meinem Tagesziel.

Aber auch hier bin ich immer noch nicht ganz oben. Der Weg zieht sich immens. Aber trotz Wolken hält das Wetter und es bleibt trocken. Allerdings ist es mittlerweile so kalt, dass ich nicht nur die Regenjacke wieder drüber gezogen hab. Auch Mütze und Handschuhe kommen zum Einsatz.

Irgendwo jetzt verliere ich die Wegmarkierung hoch zum Zinseler Gipfel und folge dem für mich offensichtlichen Pfad. Ein grober Fehler. Und auch der Grund, warum es für fast eine Stunde keine neuen Fotos gibt.

Zwischen steilen Felsen und Schiefergeröllfeldern versuche ich mich weiter vor zu tasten. Mehrfach überlege ich, ob ich nicht lieber umkehren sollte, und versuchen den Weg wieder zu finden. Aber dazu bin ich eigentlich schon zu weit und hab einige komplizierte und brenzlige Stellen hinter mir gelassen.🙈

Also Backen zugekniffenen und weiter vorsichtig voran. Größtenteils hab ich jetzt den kompletten Vierradantrieb im Einsatz. 🙈Nur gut, dass mich hier keiner sieht. Allerdings beobachtet eine ganze Murmeltier Familie das Geschehen. Aber keine Chance auf Fotos. Einfach zu wenig Arme. Irgendwie schaff ich das dann aber und habe den Gipfel vom Zinseler quasi halb umrundet. 💪 Und den Weg auf der Rückseite hab ich auch gefunden! Rauf mag ich jetzt nicht mehr.

Im Blick zurück lässt sich nur schwer erahnen, wo ich durch gegangen bin.

Die Aussicht ist trotz Bewölkung wieder grandios.

Hier mal ein Versuch, die Gipfel einzuordnen. (App Outdooractive)

Nach einer kurzen Pause kann ich mein Etappenziel schon sehen. Die Straße zum Penser Joch ist unter lautem Motorengeräusch in der Hand der Biker.

Ich folge meinem Weg jetzt recht langsam und bin froh beim Alpenrosenhof angekommen zu sein.

Völlig geschafft und kaputt stelle ich nach einem Skiwasser zusammen mit der Wirtin fest, dass ich hier gar nicht gebucht habe.😳 Der Alpenrosenhof, den ich reserviert habe, liegt ca. 20 km weiter. Im nächsten Tal.🙈 Aber irgendwas ist ja immer.

Aber erst mal die Aussicht vom Penser Joch…

Glücklicherweise fährt hier heute noch ein letzter Wanderbus und ich erreiche MEINEN Alpenrosenhof. Wie können die Ihre Buden nur so dicht zusammen gleich nennen?🤪

Nun heißt es aber noch umplanen für die nächsten Tage. Ich bin ein bisschen weiter, als ich heute wollte. Will aber ja morgen ohne Transfer wieder loslaufen. Das Internet macht‘s möglich.

Vielleicht erreiche ich schon zum Wochenende Meran…

Auch heute hat sich wieder gezeigt, es kommt nicht darauf an, wann oder wo es hingeht. Auch nicht wirklich wie man hinkommt.

Einfach nur „Der Weg ist das Ziel!“! 😊

Die Statistik (ohne Transfer):

Tag 14 – „Pause“ in Sterzing

Einen schönen Guten Morgen – Buongiorno aus Sterzing an alle!

Da ich die Unterkunft für die nächste Etappe schon gebucht hatte und jetzt einen Tag früher als erwartet in Sterzing bin, ist heute ein bisschen Pause. Da ich gut und lang geschlafen habe (mal wieder über 7 Stunden!), werde ich den Tag aber auch noch dazu nutzen, mir Sterzing ein wenig anzuschauen.

Der Ort ist für viele nur eine Zwischenstation bei der Durchreise in südlichere Regionen. Aber das, was ich gestern bislang gesehen habe, scheint mehr herzugeben. Mal schauen ob dem so ist.

Im Hotel Maibad (meine Bleibe in Sterzing – gut, aber günstig) bekomme ich eine erste Übersicht über den Ort.

Ich schau mir den historischen Stadtkern an und laufe schon mal ans Ortsende, damit ich morgen nicht lange nach dem Einstieg in meine Etappe suchen muss.

Die Maskenpflicht im Ortskern in dieser Zeit ist sicher sinnvoll. Es ist hier, etwas später als auf den Fotos, wirklich sehr gut besucht.

Generell sind die Maßnahmen in Italien bzgl Masken usw. strenger als in Österreich. In Österreich dagegen trägt maximal nur das Personal noch Maske in der Gastronomie (meistens). Die Touristen hier in Sterzing halten sich im allgemeinen wirklich gut dran. Aber mir fällt stark auf, dass die Einheimischen Passanten das nicht immer so erst nehmen.

Hier ein paar Eindrücke, ohne große Kommentare.

☝️Und jetzt auch ich! Preußisch Eylau König von 2019 Sascha Sonnemeyer! 💪 Ich werde mal eine Ergänzung der Tafel anregen!😬
Na, klingelst da bei wem? 😂
Ein Mitarbeiter der Verwaltung arbeitet unermüdlich!
Farbe und Stil der Markierungen für Wanderweg haben sich verändert
Der Zinseler liegt morgen auf dem Weg…
Da geht’s morgen los…

Zurück im Hotel gönn ich mir heute noch ein kleines Mittagsschläfchen 😊. Und danach geht’s für einen Kaffee noch mal in den Ort. Zum Abendessen geh ich dann wieder ins Hotel. Dann kann ich schon alles für den zeitigen Start morgen nach dem Frühstück vorbereiten. Naja, zeitig ist relativ, da es Frühstück „erst“ ab 7:30 Uhr gibt. Aber das passt schon. Die getrockneten Sachen müssen ja auch noch wieder in den Rucksack. Im Ort hab ich mir noch einen etwas größeren Regenschutz für den Rucksack gekauft. Ich hoffe zwar, dass es nicht wieder so stark runter regnet, aber falls doch, bleibt Rucksack samt Inhalt vielleicht ja doch etwas mehr verschont.

Das soll‘s für heute auch gewesen sein. Drückt mir die Daumen für das Wetter!

Und ich freu mich natürlich nach wie vor über Kommentare, Feedback usw. 😊

Heute keine Statistik! Der Tracker bleibt aus! 😊 Nur so viel … 15000 Schritte / 11km waren es heute dann doch.

Tag 13 – Padaun-Enzianhütte (Sterzing!)

Glücklicherweise war ich gestern ja zeitig in der Unterkunft im Berggasthof Steckholzer. Während des Nachmittags kam zum Regen auch noch Gewitter dazu. Zeitweise hat es ordentlich gerumst. Aber zum Abend hin hat sich dann (erstmal) die Wettervorhersage etwas entspannt. Also hoffentlich an Tag 13 nur noch leichter Regen. 🙏

So sieht‘s dann aus, wenn die Suppe sich auch einen Weg durch den Regenschutz gesucht hat…(zum Glück hab ich heute ein top Zimmer mit Bad)

Meine Schuhe stehen noch, ausgestopft mit Zeitungspapier, zum Trocknen im Heizungskeller.

Heute ist „Länderwechsel“. Es geht über den Brenner nach Italien. Die Etappe ist nicht zu lang und nicht so anspruchsvoll. Daher ist Frühstück um 8:00 Uhr für einen Sonntag auch OK. Ein bisschen mehr Zeit für die Klamotten zum Durchtrocknen! Und da der Rucksack voll ist, sollte es auch mit dem am Weg liegenden Brenner Outlet kein Problem geben.😜

Allerdings fing es heute Nacht bis in den Morgen hinein noch wieder ordentlich an zu Gewittern. Diesmal richtig heftig. Ich werde die Etappe wie geplant starten und dann spontan entscheiden, ob ich zur Enzianhütte aufsteige oder nach Sterzing im Tal durchlaufe. Wenn ich wieder komplett durchnässe ist das eventuell die bessere Alternative. Eine zusätzliche Übernachtung in Sterzing ist lt. Booking.com kein Problem.

Gerade wo ich los gehe geben mir die Wirtsleute noch den Rat, heute auf keinen Fall zur Enzianhütte aufzusteigen. Der Weg geht gerade am Ende recht steil durch den Wald und wird vom Wetter extrem aufgeweicht sein.

Ich gehe erst mal los. Da heute Sonntag ist und ich auch das Gewitter abwarten wollte, ist es mittlerweile schon Viertel nach Zehn. (Okay, Frühstück mit Rührei usw. braucht halt auch ein bisschen Zeit 😊)

Schon nach wenigen Metern pladdert es schon wieder ordentlich runter. Zum Glück aber jetzt ohne Gewitter.

Aber wenn ich mich so umsehe, hellt es schon ein bisschen auf.

Zunächst geht es über triefend nasse Wiesen und dann durch den Wald, wo es schon deutlich stärker bergab geht.

Ich übersetzte mal: „Der Weg ist das Ziel!“ 😊

Gegen 11:00 Uhr bin ich ungefähr am heutigen Tiefpunkt (bezogen auf Seehöhe!!! Mir geht’s gut!! 😊) angekommen. Durch die Bäume kann ich bereits die Brennerautobahn sehen. Diese wird mich heute noch eine ganze Weile begleiten.

Ich unterquere die Bahnlinie und folge meinem Weg parallel der Autobahn.

So sieht die Brennerautobahn übrigens von unten aus.😜

Hier, im Trockenen unter der Autobahn fälle ich meine Entscheidung und sage meinen Stop auf der Enzianhütte telefonisch ab. Die Unterkunft in Sterzing kann ich per Booking.com schnell und unkompliziert um einen Tag nach vorne verlängern. Mit dieser Entscheidung habe ich meine Tagesetappe zwar um ca. das doppelte verlängert, aber der witterungsbedingt problematische und matschige Anstieg entfällt. Außerdem wird es einfacher sein, die schon wieder sehr nassen Schuhe und Klamotten im eigenen Zimmer zu trocknen.

Vorbei am Brenner See und dem heute sehr gut besuchten Brenner Outlet Center erreiche ich die Grenze zu Italien und habe Österreich somit durchlaufen.

Die alte Brenner Straße im weiteren Verlauf ist ebenfalls gut besucht. Allerdings stehen hier auch viele Läden leer.

Auf der Höhe vom „Brennerbad“ legt der Regen wieder zu. Und ich versteh nun auch, was mit „Vetternwirtschaft“ gemeint ist.😜

Wasser ist heute wieder definitiv das „Element des Tages“ !

Während ich ein ganzes Stück recht zügig auf dem Radweg Brenner – Sterzing zu Fuß (!) unterwegs bin, haben die Nutzer der Autobahn in gleicher Richtung weniger Glück.

Auch fällt mir hier noch ein „Leidensgenosse“ auf, dessen Weg ganz sicher heute auch sein Ziel ist!

Geb alles Kumpel! Du schaffst das !💪💪

An dieser Stelle sehe ich dann auch, wo ich spätestens hätte abbiegen müssen, um die stornierte Hütte zu erreichen.

Mir sei hier noch ein Hinweis erlaubt, an alle, die gerne motorisiert die Brenner Route nutzen… fahrt vorsichtig und bremst nicht zu stark!

Hauptsache die Maut fließt ! 🙈😱

Vogelbeere scheint nicht nur in Österreich gut zu gedeihen, auch in Südtirol hängen die Bäume voll.

Mit Gossensass durchquere ich den ersten Ort in Südtirol und nähere mich meinem Tagesziel.

Die ersten Reben!
Die Brunnen sind nicht mehr aus Holz.
Hier sieht man gleich, wer Sonntags fehlt .☝️😬

Während eines leichten Anstiegs am Ortsausgang zieht es rapide wieder zu und es regnet und gewittert ordentlich. Ich hab Glück und kann mich unter der Brennerautobahn unterstellen.

Brennerautobahn von unten.

Als es wieder aufhellt zieh ich das Tempo noch mal an und Sterzing kommt in Sichtweite.

Noch eine kleine Abkürzung über einen Pfad und ich bin für heute angekommen!

Kurz vor Erreichen der Unterkunft gönn ich mir ein Kaltgetränk und merke, Österreich liegt hinter mir. 😩

Gut das ich unterm Dach sitz, denn 400m vor der Unterkunft drückt Petrus noch mal auf den Spülkasten. Mit Getöse.

Durch die quasi „Doppeletappe“ heute ist morgen nun für mich ein Tag Pause, Regeneration und warten auf besseres Wetter! 😊

Ach ja, hier noch ein altbekanntes Bild für Mama (und Heinrich, falls Du mitliest) 😊 Prost! 🍻

Ich durfte damals immer nur dran riechen.😢

Der Weg ist das Ziel! 💪

Und hier noch die Tagesstatistik.

Tag 12 – Geraer Hütte-Padaun

Das ursprüngliche Tagesziel Landshuter Europahütte musste ich leider witterungsbedingt streichen und umgehe die bei Regen extrem kritische Strecke aus Sicherheitsgründen. Dank der freundlichen Wirte der Geraer Hütte konnte ich schnell Ausweichziel und Route finden. Die Folgestationen sollte ich erst mal bestehen lassen können.

Eigentlich ist es sehr schade, gerade die Europahütte nicht anlaufen zu können, da diese Hütte sich direkt auf der Grenze zwischen Österreich und Italien (zwischen Tirol und Südtirol) befindet und es aufgrund der Lage und Höhe eine tolle Aussicht, insbesondere bei Sonnenaufgang, geben soll. Aber sich ist sicher. Und Aussicht bei Sinnflut ist ja auch fraglich.😜

Auch wenn ich die letzten Tage noch überall den Sommer genießen konnte, an meinem aktuellen Aufenthaltsort soll‘s ab Montag schneien.😱🙈

Skier hab ich keine dabei, also wird es Zeit, weiter zu ziehen. Erstmal weiter nach unten (im Sinne der Höhenmeter).

Doch bevor ich los gehe, noch ein Wort zur Geraer Hütte. Diese Hütte gehört nicht in den Wanderführer. Die gehört definitiv in den Gourmetführer! Wahnsinnig lecker und Mega Portionen. Wer in der Nähe läuft, muss unbedingt einkehren!

Gestern Abend zog noch richtig Wetter durch den Berg!

Draußen stürmte und regnete es wie Sau. Hört sich heftig, aber gemütlich an. Hin und wieder weht irgendwo im Haus (in der Hütte) ein Fenster auf.
Da niemand mehr neu ankam, blieb ich im 4 er Zimmer alleine. 😊

Da ich heute beim Abstieg nach Padaun von durchgehend Regen ausgehe, pack ich mich und den Rucksack gleich gut ein. Kalle ist Kummer gewöhnt und bleibt nackig!😜

Kleine Ergänzung noch, heute ist der letzte Tag komplett in Österreich. Wenn alles wie geplant klappt, geht’s dann morgen rüber nach Italien 🇮🇹 .

Nu aber los…

Der Wasserlauf, den ich gestern kurz vor erreichen der Hütte überquert habe, führt heute schon eine deutlich größere Wassermenge ins Tal.

Die schönen Panorama Fotos fallen heute leider aus. Auch wenn es hin und wieder etwas nachlässt, regnet es doch meistens aus dem Vollen.

Der Pfad/Weg wird zunehmend zu einem kleinen Bach und die Schuhe sind schon recht schnell durch.

Zwischendurch habe ich eher den Eindruck, ich wäre beim Rafting und nicht beim Wandern. 🙈

Das Panorama ist geprägt von Wolken und Nebel.

Wo gestern noch karge graue Wände waren, glänzt heute alles nass und es haben sich viele kleine Wasserfälle gebildet.

Wasser satt am Berg. Aber trotz alledem ein schöner Weg hinab ins Tal.

Am unteren Ende der Versorgungsseilbahn der Geraer Hütte steigen gerade die Hüttenwirte aus der Gondel, als ich vorbei gehe. Die trockenere Alternative heute.

Noch ein Stückchen weiter unten ist es heute selbst den Bergziegen zu nass.

Sie haben sich unterm Balkon untergestellt. Ich laufe im Freien.😩

Die Wirtsleute werden vom Rind ausgebremst. Einen Moment später stellt sich heraus, dass eine Verletzung das Tier lahmen lässt. Daher dauert es ein wenig, bis die Straße wieder frei ist.

Der Weg bis zum heutigen Ziel geht irgendwann von Pfad zu Forstweg zu Straße über. Neben Granit und Schiefer kommt hier auch eine Menge roter Sandstein vom Berg.

Ähm, und natürlich in erster Linie Wasser!

Im Tal angekommen, geht es für mich von der Straße herunter und noch ein wenig per Waldweg wieder bergauf. Heute brauch ich meinen Wasservorrat nicht auffüllen. Ich tropfe ähnlich wie der Holzbrunnen. Es fehlt nicht mehr viel und mir wachsen Kiemen.

Als sich die Wolken hinter der nächsten Kurve etwas lichten, wird sichtbar, was passieren kann, wenn der Berg ein Stück von sich abgibt. Naturgewalt, die sich nicht aufhalten lässt.

Hoffentlich stand nichts im Weg.

Tropfnass und schnaufend erreiche ich heute recht früh meine Unterkunft, den Berggasthof Steckholzer, und lass es mir nach „Trockenlegung“ und heißer Dusche auf 1500m schmecken. Auch hier ist es extrem lecker!

Wichtige Erkenntnis nach den letzten Tagen: Ein hoher Verbrauch von Weißbier erhöht die Abgaswerte!

Merke: Mehr AdBlue beimischen!

Apropos, Insa, hast Du schon neuen bestellt? 😬😜

Und morgen geht es dann zur Enzianhütte! 💪💪💪

DER Weg ist definitiv das Ziel. 😬🤪

Am Ende noch wieder etwas Statistik:

Tag 11 -Tuxerjoch Haus-Geraer Hütte

Es bleibt Hochalpin! 😊

Um 7:40 Uhr bin ich fertig gefüttert und koffeiniert und kann pünktlich los laufen. Wie schon erwähnt, ist ab Mittag das Risiko auf Regen und Gewitter groß. Also möchte ich so schnell wie möglich zumindest in die Nähe meines Etappenziels kommen. Alle anderen, die ich an dieser Station getroffen habe, wollen entweder runter ins Tal oder in Richtung Venedig anderen Routen folgen.

Ja! Die gleiche Jacke! Die riecht eh schon! 😬

So geht’s dann früh und zügig los.

Noch scheint die Sonne aber es ist recht kühl. Auf dem Wasserspeicher hat sich über Nacht ein bisschen Eis gebildet.

Etwas weiter oben ist vom Wetterwechsel noch gar nicht viel zu sehen.

Ein weiteres Steinmännchen am Weg wird von mir aufgestockt.

Etwas angeschwitzt erreiche ich den kleinen Gipfel der Frauenwand. Eigentlich wollte ich nur vorbei gehen, hab aber die Abbiegung verpasst. 😊 Also kurz ein kleines Gipfelfoto.

Es geht weiter über größtenteils sehr anspruchsvolle Wege. Ich folge dem örtlich ausgewiesenen Weg, da mein geplanter Weg nicht mehr existiert. Der wurde wohl vor einiger Zeit weggespült.

Mehrfach höre und sehe ich Murmeltiere. Das Pfeifen ist sehr weit hörbar. Leider gelingt es mir nicht, eines aufs Foto zu bekommen.

Die Aussicht ist noch gut, aber die Wege sind sehr geröllig. Da ich versuche schnell durch zu kommen, komm ich heute an meine Leistungsgrenze. Die Muskeln brennen.

Die Wolken ziehen sich schon langsam zu und kommen tiefer.

Viele Fotos mache ich jetzt nicht mehr. Der Weg bleibt steinig, die Kühe schauen, weil ich so renne.

Wiederkäuer beim Wiederkauen 😜

Zwischendurch wird es extrem windig und ich muss mich mehrmals in den Hang drücken. Ich überlege kurz aufgrund der Situation und den Wegen, ob ich ggf. umkehren sollte. Aber das wäre weiter, als mich jetzt zum Tagesziel durch zu kämpfen. Also beschleunige ich wo es geht noch mal und sehe endlich hinter der nächsten Bergkuppe die Geraer Hütte auftauchen.

Es geht noch ca. 30 Minuten weiter runter und über eine kleine Schlucht erreiche ich die Hütte.

Es zieht draußen weiter zu und während ich mich drinnen kulinarisch stärke, fängt es auch schon an zu regnen.

Bei der Anmeldung in der Hütte gibt es noch kurz eine Unstimmigkeit. Leider war mir bei der Reservierung Monat Juli statt August in das Online Formular gerutscht.🙈 Aber ich hab Glück und es gibt noch Platz. 😬

Meine geplante Route für morgen/übermorgen wird sehr wahrscheinlich wegen dem anspruchsvollen Weg bei dem angesagten Wetter nicht begehbar sein. Voraussichtlich geht es dann morgen ins Tal herunter und ich schau ob ich etwas überbrücken kann, umgehen oder ob es doch schon vorzeitig enden muss.

Aber in jedem Fall war es bis jetzt eine tolle Tour und der Weg hat sich gelohnt.

Und es gibt ja nur Ein Ziel!

Den Weg !

Statistik für #Laufschritt

Info zur Geraer Hütte. Eine echt urige Hütte mit toller Bewirtung!

Tag 10 – Lizumer Hütte-Tuxer Joch Haus

Tag 10 bricht an, und somit wäre das schon die Hälfte der Etappen auf dem Weg nach Meran. Ob ich es wirklich bis dorthin schaffe, hängt in erster Linie auch vom Wetter ab. Das soll eventuell am Freitag umschlagen. Warten wir mal ab. Heute jedenfalls wird es wieder schön!

Aber auch meine Stimmung ist von Hochmotiviert nun schon ein kleines wenig niedriger. Nicht unbedingt wegen der Wettervorhersage für die nächsten Tage, sondern mehr weil ich meine 3 Mädels zu Hause doch wahnsinnig vermisse! 🥺😍😢

Ich bin früh wach und der Rucksack ist schon wieder vorm Frühstück startklar. Ich genieße den Sonnenaufgang und warte auf den Startschuss zum Kaffee fassen.

Die Hüttenkatze freut sich, dass sie schon mit mir raus flitzen kann.

Lecker gefrühstückt mach ich mich auf den Weg. Die Sonne blendet schon.

Die ersten Stunden geht es zunächst leicht, dann zunehmend steiler über ca. 4km nur bergauf.

Mittlerweile hab ich auch herausgefunden, warum ich mich manchmal an den steilen Hängen ein wenig „schwammig“ fühle. (Schwindelig wäre übertrieben) Das scheint an der Gleitsichtbrille zu liegen. Und wenn ich dann den Blick häufiger zwischen Weg und Aussicht wechsel, dann „schwimmt“ es manchmal etwas.

Anfangs bin ich noch im Schatten der Berge, doch schon bald in der strahlenden Sonne.

Auch hier ist das Militär noch sichtbar. Aber nicht wirklich technisch auf dem Stand der Dinge. 🤪

Nach einigen grünen Wegen wird es heute recht steinig. Schiefer wie Sand am Meer.

Aber auch bekannte Farben lassen sich am Wegesrand blicken 😬.

Über immer schmaler werdende Wege komme ich dem Geierjoch näher. Mich überholen 2 Vierbeiner, ein Paar, das mit je 2 Wanderstöcken unterwegs ist. 🤪

Ich laufe ja lieber mit nur einem Stock. Meinem Kalle.

Sichtlich angeschwitzt habe ich die ersten 700 Höhenmeter geschafft und genieße die gerade noch verborgenen Dinge.

Den Geierberg
Der Tuxer Gletscher
Den Junssee
Die Fernsicht

Auf dem weiteren Weg sind deutlich die verschiedenen Schieferarten zu erkennen.

Auch mein weiterer Weg führt mich durch Schiefer Felder und ein kleines Schneefeld vorbei am Junssee.

Das Wetter bietet auch heute wieder einen wahnsinnigen Weitblick.

Aber den Höhepunkt in Punkto Aussicht erlebe ich heute beim überschreiten des nächsten Gebirgskamms. Auf nicht viel mehr als 1m Breite lege ich den Rucksack für ein paar Minuten ab und genieße in riesigem Respekt vor Höhe und Abhang den Blick auf den leider sehr zurück gegangenen Tuxer Gletscher.

Dies Bild nenne ich „Hose voll bis Anschlag“ 🙈

Sehr beeindruckt, aber weiter konzentriert nehme ich den Abstieg Richtung Tuxerjoch Hütte in Angriff. Nur nicht am Weg vorbei treten…

Die verschiedenen Liftanlagen des Skigebietes werden sichtbar.

Schöne grüne bucklige Welt am Berg gegenüber.

Kurz vor Ende des Abstiegs ein schöner Wasserfall.

Im Endspurt zum Tuxerjoch Haus geht es über ca. 3km noch mal 300 Höhenmeter hinauf.

Was man den Salzburgern gegenüber den Tirolern aus meiner Sicht klar zu Gute halten muss, ist das es dort deutlich mehr Bänke und auch Einkehrmöglichkeiten gibt. Hier gibt es manchmal über Stunden kaum Möglichkeiten zum „halten“.

Aber vielleicht liegt‘s ja auch an meiner Streckenwahl.

Erschöpft für heute, aber glücklich, durstig und hungrig erreiche ich das Tagesziel.

Meine Aufgabe für morgen ist schon beschrieben.

Ich hoffe, dass „Lattenjupp“ das mit dem Wetter regelt und die Schwaden sich morgen zurück halten, bis ich außer Reichweite bin.

Der Weg ist das Ziel!

Die Zahlen musste ich heute leider manuell addieren, da der Tracker sich mehrmals abgeschaltet hat…

Tag 9 – Weidener Hütte-Lizumer Hütte

Der natürliche Wecker heute funktioniert gut…

Da ich also pünktlich wach bin, warte ich noch ein bisschen auf den Beginn vom Frühstück. Der Rucksack ist schon „Ready to go“ 😊.

Das Wetter passt schon mal wieder…

Frisch gestärkt und von den netten Herren vom Vorabend verabschiedet kann es los gehen.

Ziele gäbe es einige, aber ich mache mich auf zur Lizumer Hütte.

Schon nach dem ersten Kilometer merke ich, dass es heute schwierig wird. Es geht zwar anfangs durch waldiges schattiges Gebiet, aber die Beine sind heute unheimlich schwer. Die letzten Tage haben Ihre Spuren hinterlassen. Außerdem hab ich etwas Nackenschmerzen, die zusätzlich ein wenig Kopfschmerzen nach sich ziehen. Ich laufe heute den kompletten Tag auf der Sonnenseite der Berge. Es wird warm werden.

Trotzdem werde ich immer wieder durch die Traumhafte Landschaft begeistert.

Selbst der Blick zurück zur Weidener Hütte ist wunderschön anzusehen.

Einen Moment später bin ich auch schon für einen kleinen Zeitraum im Wald verschwunden.

Tolle Bäche kreuzen wieder meinen Weg und auch die Pfade laden zum Laufen ein. Nur mir fehlen ein wenig die Körner.

Obwohl ich heute recht häufig zum Verschnaufen stehen bleibe, hält sich die Anzahl der Fotos in Grenzen. Ich will bei den recht steilen Hängen nicht die Konzentration verlieren.

Aber hin und wieder kann ich es doch nicht lassen, die Weite festzuhalten.

Teilweise kommt hier trotz der letzten trockenen Tage gut Wasser vom Berg.

Endlich finde ich eine Stelle, wo ich eine Pause einlegen kann, ohne gleich weg zu rutschen.

Zwei Kurven weiter denke ich, „Hoppla!“ „Herman Löhns war bestimmt nicht hier… aber die Heide brennt noch!“ 😜

Dann liegen plötzlich Steine, fast wie in den Weg drapiert vor mir…

„Wenn dir jemand Steine in den Weg legt, nutz sie, um an Ihnen aufzusteigen.“ 😬

Kurz vor Erreichen des höchsten Punktes für heute nutze ich eine Bank und komme etwas zur Ruhe.

Auch hier eine herrliche Aussicht.

Noch ein paar Höhenmeter weiter genieße ich die Sicht vom Krovenzjoch (auf 2450m)

Meinen weiteren Weg im Blick geht‘s wieder bergab. Berge so weit das Auge sehen kann.

Schon nach der nächsten Kurve kann ich, noch in weiter Ferne, mein Tagesziel erkennen. Die Lizumer Hütte.

Etwas weiter des Weges stoppt mich dieses Warnschild. (Ich hatte auf der vorigen Hütte schon von dem Militärgebiet gehört.

Ich rufe natürlich direkt die noch lesbare Nummer an und hab auch schnell einen Wachhabenden dran. Nachdem ich Ihm auf Rückfrage erklärt habe, wo ich gerade unterwegs bin und wo ich hin möchte, gibt’s für mich die Freigabe…

„Ah, na, da herum sollte heute eigentlich wahrscheinlich niemand schießen. Und wenn doch, dann steht da normalerweise wahrscheinlich auch ein Warnposten. Also a schönen Dag no beim Wandern“.

😳🥺😱🤪🙈

Bin ich jetzt beruhigter? Nicht wirklich. Aber anders geht’s ja schlecht. Und ich geh, natürlich auf den ausgewiesenen Wegen weiter. Nach einer Bergkuppe vernehme ich das erste Mündungsfeuer, welches meinem Weg folgend kontinuierlich lauter wird. Ich erkenn die Kaserne samt Schießstand am anderen Hang. Die Übungen betreffen nicht meine Route!💪🤪

Auch in der Luft geht’s ordentlich daher.

Sehr geschafft, trotz kürzerer Route erreiche ich die Lizumer Hütte. Nebenbei sei noch erwähnt, dass ich mit der Tour heute die 250km seit Beginn in München überschritten habe. 😊

Es gibt Schorle mit Aussicht 😜

Ich hoffe, morgen sind Kondition und Knochen wieder besser sortiert und nach einem leckeren Hüttenessen mit sehr netten Leuten am Tisch geht’s für mich wieder pünktlich zur Nachtruhe.

Daten zum Tag…

Tag 8 – Karwendelrast-Weidener Hütte

Heute morgen geht’s mir direkt deutlich besser. Ich hab gut geschlafen und freu mich auf den Tag! Nach einem enormen Frühstück in der Karwendelrast geht es direkt los!

Großartige Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus 😂 (wahrscheinlich sind meine Beine heute Abend sooo lang🙈)

Nach kurzer Irritation, den richtigen Einstieg in den Pfad zu finden laufe ich durch ein kleines Waldgebiet eine kleine Klamm herunter. Ein fantastischer Weg mit tollen Eindrücken. Es geht über mehrere Hängebrücken.

🤔 Dann vertrau ich mal 🙈
Weiter unten wär‘s nass…
😱🙈

Hin und wieder Wunder ich mich auf dem Pfad über Gerüche und schau mich um. Ist hier eventuell ein Vorgänger am Pfad vorbei getreten? Vor Monaten? Oder sind diese doch tierischen Ursprungs? 🤔🤪🙈 Die Frage bleibt unbeantwortet.

Ein Stückchen weiter. Hier wird dank Wasserkraft wirklich saubere Energie erzeugt. Dies Kraftwerk gibt es schon seit 1960.

Kurz bevor ich das Tal erreiche, mache ich diese Entdeckung. In Hamburg hätte man sicher was anderes erwartet. Aber hier gibt’s „Almkas“ zu erwerben. 😂

🤔 Lochladen 🧐

Der Tiroler hat, wie scheinbar überall im Alpenland, seine Balkonpflanzen im Griff.

Als ich das Inntal erreiche, klaffen über mir am Weg Felsen, die eher wie zu dünner Beton wirken. Ich geh mal lieber zügig weiter. Mein Vertrauen hält sich in Grenzen.🧐

Ich durchlaufe Vomperbach, bevor ich das Inntal durchquere. Hier hat der Pfarrer noch das Sagen! 😬

Stammplatz erste Reihe! ☝️

Ein kleines Stückchen geht es parallel zur Inntal Autobahn. Herrlich, bei diesem Wetter nicht im Auto sitzen zu müssen. 😊

Nun steh ich am Ufer des Inn. Hier ist ordentlich Strömung drin. Und es wachsen Hand in Hand Eiche und Vogelbeere! 😊

Hab ich aber auch nur entdeckt, weil der Kaffee gedrückt hat 😂

Die Aussicht auf die ersten Berge der Tuxer Alpen ist atemberaubend.

Nach der Überquerung des Inn geht’s recht zügig wieder bergauf und ich bekomme wunderschöne Sicht auf die hinter mir liegende Berglandschaft.

Mein Weg hinauf in Richtung Tagesziel Weidener Hütte ist deutlich grüner, als der gestrige Weg.

Am Gasthof Innerst mach ich endlich eine Rast. Es geht doch wieder ordentlich nach oben heute.

Über kleine Waldwege, wenig Forststraßen und malerische Pfade erreiche ich die Weidener Hütte.

Bisschen ins Schwitzen gekommen, der Junge 😂
Endlich angekommen 💪

Begrüßung auf der Hütte heute „So, da isser ja, der Herr Sonnemeyer“ 🙈

Ich, „oh, fehl nur ich noch??“ (woher kennt der mich nur 🤔) „Naaa, aber der einzige, der wo allein unterwegs ischt. Alle anderen wandern in Gruppen.“😬😂

Ich bereite mich vor auf meine erste Hüttenübernachtung überhaupt. Und weitere werden in den nächsten Tagen folgen.

Die Sonne geht langsam unter am Berg und draußen wird es kühl.

In der Hütte sitze ich noch 2-3 Stunden gemütlich mit Walter und seinem Kumpel (den Namen hab ich leider nicht mehr parat), beide mit dem „Stromrad“ hier oben, zusammen und wir sprechen über Fußball, Hoeneß, 1860, Skifahren, Norddeutschland und vieles andere. Ein sehr netter Abend. Eventuell treffen wir uns in zwei Tagen im Tuxer-Joch-Haus in der Hütte wieder, so der Zufall es will.

Ein anstrengender aber schöner Tag! Ich freu mich auf morgen!

Der Weg bleibt das Ziel!

Die Statistik:

Tag 7 – Pertisau-Karwendelrast

Heute wird es allein wegen dem Wetter spannend. Ich hoffe, ich kann die Etappe komplett gehen.

Ich fühle mich zunächst etwas schlapp heute morgen. Obwohl ich ganz gut geschlafen hab. Ich glaube ich hab gestern sehr gut, aber zu viel gegessen.

Also erst mal alles in Ruhe angehen und den Rucksack startklar machen. Als alles wieder gut verpackt ist, geh ich Frühstücken. Erst mal Kaffee!! Da nur ein Brötchen rein geht (es tut mir in der Seele weh, aber Rührei geht noch nicht rein 😭), schmier ich mir noch eine Semmel für später.

Es geht mir schon etwas besser und ein bisschen Energie kommt auf. Ach ja, die Schuhe sind auch endlich wieder trocken! (Zum Glück lag an der Rezeption die Tiroler Tageszeitung aus. 😬

Lesen würd ich die aber jetzt nicht mehr 🤪

Nur noch die verbrauchten Getränke da lassen und auschecken…

Es geht los in Pertisau (Bergland Hotel).

Meine Frau meinte, ich wachse langsam zu… ich hab mir die Bikini Zone dann jetzt mal wieder frei geschnitten. Für mehr war keine Zeit 😬

Ich gehe in Richtung Gramaialm. Die Wettervorhersage sagt, es soll bis Nachmittag trocken bleiben. Mit etwas Glück auch den ganzen Tag, wenn ich rechtzeitig über‘n Berg bin. Die Frostgrenze ist heute auf 3.200m angekündigt. Wenn ich mich nicht versehentlich in irgend einem Paragliding Schirm verhedder, sollte ich da nix mit zu tun haben. Handschuhe bleiben im Rucksack! 😂.

Ich folge von Pertisau aus dem „Adlerweg“. Er führt vorbei an der Falzthurnalm zur Gramaialm.

Schon nach kurzem Weg bin ich von den beidseitig aufragenden Felswänden sehr beeindruckt. Ich habe zwar keine Angst, aber schon gehörig Respekt vor dem, was heute ansteht.

Das ist schon ein etwas anderes Kaliber, als in den letzten Tagen.

Auch die Holzbrunnen haben andere Kapazitäten 😂

Grob geschätzt würden hier wohl 13-14 Kisten Bier zum Kühlen rein passen. 🤔 Christian, wie lang ist der Crafter?

In der Gramaialm schaue ich mich ein wenig um und raste kurz an einer von mehreren geöffnet Hütten.

Nach einer kleinen Hollunderschorle und einem kurzen Beratungsgespräch mit dem Wirt zu Wetterlage und möglichen Aufstiegsrouten entscheide ich mich für den Weg über die Lamsenjochhütte. So besteht die Möglichkeit sich aufzuwärmen oder zu unterbrechen, falls das Wetter doch noch umschlagen sollte.

Noch ein Blick zurück zur Gramai

ALTER FALTER!!! Was für ein Anstieg! Über zunehmend schmaler und steiler werdende Schotter und Fels Pfade geht es auf knapp 4km jetzt 700 Höhenmeter hinauf. Nach Fotos ist mir erst oben wieder zumute.

Zwischendurch überlege ich ob bzgl. des Rucksacks meine„Haben ist besser als brauchen“ Strategie wirklich noch die Richtige ist.

Die Wirtin berichtet mir später in der Unterkunft, dass schon einige Wanderer der Langstrecken nach dem Weg zum Postamt gefragt haben. Überflüssiges ab ins Paket nach Hause. Aber noch bin ich tapfer und klammere!😜

Aber nach knapp 2 Stunden bin ich oben und mach eine ausgiebige Pause. Tolle Aussicht, trotz einiger Wolken in den Gipfeln.

Als ich das Sauerstoffzelt wieder verlassen kann, wechsel ich erst mal Shirt und Jacke. Auch ohne einen Tropfen Regen ist beides wieder komplett durch.

Den geplanten Abstieg muss ich leicht variieren und statt Wanderpfad zunächst einen Schotterweg nehmen.

Weiter unten sehe ich später auch warum.

Die Felswände beim Abstieg setzen denen des Aufstiegs noch mal einen drauf!

An der Wand gegenüber meines Weges hat wieder einer den Schnee nicht geräumt.🙄

Manmanman, einmal mit Profis arbeiten 🙄

Kurz hinter dieser Kurve kommt mir erst eine Frau entgegen. Sie wandert bergauf. Ich denk mir nichts dabei. Ein paar Minuten später ein älterer Mann auf dem Fahrrad. Und fragt mich, ob ich seine Frau gesehen hätte. Er hätte Sie nach eigener Aussage ja längst eingeholt haben müssen. Ich grins mir ordentlich einen und muss aufpassen, nicht loszulachen. Das war auch noch ein E-Bike. 😂

Die Wände rechts und links bleiben weiter beeindruckend, ja fast bedrohlich.

Aber so langsam wird es wieder etwas flacher und ich kann wieder etwas mehr Geschwindigkeit aufnehmen.

Die leeren Flussbetten der Gebirgsbäche lassen erahnen, was hier zur Schneeschmelze los ist.

Ich passiere das Gebiet der Stallenalm und komme meinem heutigen Ziel, dem Gasthaus Karwendelrast so langsam näher.

Ein Gebilde (ist das Kunst, oder kann das weg?🤔) erweckt meine Neugierde.

Na, da bin ich aber erst mal beruhigt – mal sehen, was Italien dann zu den Bären zu bieten hat 🙈

Ich laufe langsam über die Ausläufer des Karwendelgebirges und kann die erste Sicht auf die Kitzbühler und Tuxer Alpen erhaschen und stärke mich für den heutigen Endspurt mit der Semmel vom Frühstück.

Meine Trinkflaschen kommen übrigens aus Filzmoos! 💪😊

In der letzten Stunde vor Eintreffen in der Karwendelrast habe ich mehrfach eine tolle Sicht auf die angrenzenden Gebirge und meine Aufgabe der nächsten Tage.

Kitzbühler Alpen
Tuxer Alpen

Ich bin angekommen! Und genieße den Ausblick auf das, was kommt…😊

Morgen geht’s dann durch‘s Tal und rüber, hinein in die Tuxer Alpen 😎. Es soll wieder wärmer und beständiger werden.

Durch die Bayrischen Voralpen hindurch, am Rofan vorbei und durch das Karwendel bin ich jetzt. Morgen müsste noch vor der Mittagszeit die 200km Marke geknackt sein.

Der Weg ist das Ziel!

Ich bin für heute platt! Gute Nacht!

Hier noch die Statistik…

Tag 6 – Achenkirch-Pertisau

Da bin ich auch schon wieder. Fertigstellung und Upload hat heute noch wieder etwas länger gedauert, ich hatte noch ne Wäscheaktion 😬 aber mehr dazu später.😊

Mit dem Tag gestern liegen jetzt bereits gut 146 km hinter mir. Heute noch nicht addiert! Aber zunehmend werden jetzt die Höhenmeter interessanter, als die Streckenkilometer. Es geht ja nun mehr in die Höhe und in den folgenden Tagen geht es tiefer ins Karwendelgebirge. Da schaff ich nicht mehr so viel „Weite“.

Ich starte in Achenkirch, meinem Zielort von gestern. Wenn mir keine spontane Planänderung in den Sinn kommt, sollte es, je nach Wetterlage, ein entspannter Tag werden. Da es die sich anschließende Etappe in sich hat.

Toll wäre natürlich, wenn ein Bad im Achensee drin wäre, da ich Ihn im Verlauf von oben nach unten ablaufen werde. Es soll hier viele tolle Badestellen geben.

Also geht es wieder los…

Das Wetter hat sich von gestern glücklicherweise gut erholt. Die Berge hängen zum Teil noch etwas in den Wolken, aber regnen soll es frühestens am Nachmittag.

Ich gehe mit leichten An- und Abstiegen zunächst entlang des Karwendelweges. Immer dem Weg Richtung Achensee folgend.

Das Wetter wird immer besser und ich muss hin und wieder etwas warten. Kalle möchte jetzt auch gerne mal Selfies machen…🙄

Kalle „himself“

Währenddessen schaue ich mir ein wenig die Natur an und entdecke einen ordentlichen „Brummer“ von 🐌. Ich bin vom Frühstück aber noch gut gesättigt (was für ein B&B absolut hervorragend war!) und Schnegge ist nicht wirklich auf meiner Ernährungskette enthalten.

Als wir wieder weiter können queren wir ein Bächlein. Hier haben vorher schon Wanderer einige Steinmännchen errichtet. Ich suche etwas passendes im Bach und lass eines der Männchen weiter wachsen.

Es klart weiter auf und ich (Ich wechsel jetzt wieder ins Singular, nicht dass Ihr denkt, es gab schon zum Frühstück Weißbier!) versuche mit anderen Passanten ins Gespräch zu kommen. Aber die sind heute irgendwie stur. (Ich schreib jetzt nicht wieder, wo die Wollschweine herkommen könnten, sonst gibt’s gleich wieder Mecker!)

Ein Stückchen weiter zeigt sich der See das erste mal.

Ich bleibe einen Augenblick vor dem nächsten Motiv stehen, und überlege ernsthaft, ob ich da jetzt gemeint bin.

Hätte ich das gestern, mit den Knöcheln-vollen Stiefeln gesehen, ich wäre wohl ins Grübeln verfallen. Aber jetzt? Hier? Heute? ICH ? Och Nö! Ich denke das passt schon noch!

Kurz vor erreichen des Seeufers der erste große Apres Ski Tempel. Aber siehe da! Auch hier, dank Corona, nix los – Tote Hose.

Meine Jagatee Bestellung wurde komplett ignoriert! 🤨

Einige 100 Meter weiter, etwas oberhalb zeigt sich mir ein bekanntes Bild! Hier durfte ich 2017 an der Seat Snow Experiance teilnehmen. Tolle Sache war das, Christian!!👍🙏 Damals war es etwas weißer und die Fahrzeuge waren spanischer. 😬

Dann erreiche ich den See und folge dem faszinierenden Panorama Pfad.

Ein kleine Wasserfall ergießt sich in den Achensee. Wieder zeigt sich die Natur von einer tollen Seite.

Schweißgetrieben und auch schon etwas hungrig erreiche ich nach ca. 2/3 der Tagesstrecke die Geisalm und pausiere ausgiebig.

Jaaa, Ingo! Auch das !

Für Ingo!

Während ich hier sitze kracht‘s und ein Raunen geht durch die Menge. Etwas weiter oben in der Felswand hat wohl eine Gams einen kleinen Steinfall ausgelöst. Das Geräusch und Getose ist schon krass und beeindruckend. Einen Bruchteil einer Sekunde steht die Welt still. Zum Glück löst sich keine weitere Lawine und es bleibt bei einem „Aha-Effekt“, der zumindest die Sinne wieder geschärft hat.

Der Steinfall war recht nah der Alm.

Hier jetzt noch was in eigener Sache!

Warnhinweis!!!!

Sollen sich Passanten auf den Fotos finden, die hier nicht sein wollten, und auch gemäß DSGVO diesem nicht zugestimmt haben, SORRY! Was lauft Ihr mir auch ins Bild! 🙄 Wenn Ihr Euch erkennt, und es stört Euch, OK, bitte Kommentar schicken, ich geb ne Zirbe aus! 🙄

Und weiter…😊

Frisch gestärkt nehme ich den Rest des heutigen Weges in Angriff und kann mich trotz verlockenden Möglichkeiten aufgrund des Wetters nicht zu einem Bad durchringen. Es sieht wieder mehr nach Regen aus.

Wobei die Kurven, an denen ich entlang gehe quasi immer wieder rufen „Spring rein!“. Aber 10m über See ist das sicherlich noch. Und ich hab 16kg auf dem Rücken.

Flachköbber? 🤔 Neee!

Auch nach der nächsten Kurve werd ich vor der Erfrischung von oben verschont. 🤔 Gietze, warst Du hier schon?

Da hat doch glatt einer sein Carport hier abgestellt 🙄

Vorbei an der Vogelbeere, die aber im Glas eher zu empfehlen ist, taucht Pertisau im Blickfeld auf.

Ich versuche im Endspurt noch mit dem „Stand Update Paddler“ mitzuhalten, aber er zieht vorbei. (Am Anleger bin ich aber wieder 5 Meter vor Ihm💪)

Angekommen in Pertisau, pünktlich zur Kaffeezeit!

Draußen heute KEINE Kännchen!

Da ich früh dran bin, lass ich mir mit dem Einchecken im Hotel Bergland noch ein wenig Zeit und kühl das Profil wieder runter.

Jaaa, Michi, hier ohne 3D! 🙄

Noch kurz ein Wort zu dem Hotel Bergland. Normalerweise hab ich versucht, einfache, günstige Zimmer zu buchen, so weit möglich. Auch in diesem Fall. Über Booking.com war im Februar/März solch ein Kampfpreis angeboten, ich konnte nicht widerstehen. Preis heute wäre zweifach, fast dreifach. Aber man muss auch mal Glück haben!💪

Das tolle hier ist jetzt, dies ist meine letzte Nacht, bevor es in die Höhe und auf Hütten des Alpenvereins usw geht. Und ich hab einen Mega Balkon mit Aussicht!

Ich nutze diesen günstigen Zufall und wasch noch mal alles, was angeschwitzt ist und kann meine nassen Sachen, mit etwas Einfallsreichtum (und mit Kalle‘s Hilfe!) zum trocknen aufhängen! Nach gestern war doch einiges klamm.

Blick vom Balkon
MEIN Balkon! 💪
#DemIngenieuristnixzuschwör 😜
Danke Kalle! 😬

Während ich die Klamotten raus hänge, kann ich auch noch ein paar Paraglider bei der Landung einfangen.

In Pertisau neigt sich der Tag dem Ende entgegen und für mich wird es Zeit, Schuhe und Inhalt zu lüften, bevor es zum Abendessen geht.

Wenn das Wetter mitspielt, geht’s morgen zur Sache (Ihr wisst, was jetzt kommt! 😬😬)

Auf… „Dem Weg, der das Ziel ist!“ 😊

– Gute Nacht!

Statistik am Ende…