Tag 10 – Lizumer Hütte-Tuxer Joch Haus

Tag 10 bricht an, und somit wäre das schon die Hälfte der Etappen auf dem Weg nach Meran. Ob ich es wirklich bis dorthin schaffe, hängt in erster Linie auch vom Wetter ab. Das soll eventuell am Freitag umschlagen. Warten wir mal ab. Heute jedenfalls wird es wieder schön!

Aber auch meine Stimmung ist von Hochmotiviert nun schon ein kleines wenig niedriger. Nicht unbedingt wegen der Wettervorhersage für die nächsten Tage, sondern mehr weil ich meine 3 Mädels zu Hause doch wahnsinnig vermisse! 🥺😍😢

Ich bin früh wach und der Rucksack ist schon wieder vorm Frühstück startklar. Ich genieße den Sonnenaufgang und warte auf den Startschuss zum Kaffee fassen.

Die Hüttenkatze freut sich, dass sie schon mit mir raus flitzen kann.

Lecker gefrühstückt mach ich mich auf den Weg. Die Sonne blendet schon.

Die ersten Stunden geht es zunächst leicht, dann zunehmend steiler über ca. 4km nur bergauf.

Mittlerweile hab ich auch herausgefunden, warum ich mich manchmal an den steilen Hängen ein wenig „schwammig“ fühle. (Schwindelig wäre übertrieben) Das scheint an der Gleitsichtbrille zu liegen. Und wenn ich dann den Blick häufiger zwischen Weg und Aussicht wechsel, dann „schwimmt“ es manchmal etwas.

Anfangs bin ich noch im Schatten der Berge, doch schon bald in der strahlenden Sonne.

Auch hier ist das Militär noch sichtbar. Aber nicht wirklich technisch auf dem Stand der Dinge. 🤪

Nach einigen grünen Wegen wird es heute recht steinig. Schiefer wie Sand am Meer.

Aber auch bekannte Farben lassen sich am Wegesrand blicken 😬.

Über immer schmaler werdende Wege komme ich dem Geierjoch näher. Mich überholen 2 Vierbeiner, ein Paar, das mit je 2 Wanderstöcken unterwegs ist. 🤪

Ich laufe ja lieber mit nur einem Stock. Meinem Kalle.

Sichtlich angeschwitzt habe ich die ersten 700 Höhenmeter geschafft und genieße die gerade noch verborgenen Dinge.

Den Geierberg
Der Tuxer Gletscher
Den Junssee
Die Fernsicht

Auf dem weiteren Weg sind deutlich die verschiedenen Schieferarten zu erkennen.

Auch mein weiterer Weg führt mich durch Schiefer Felder und ein kleines Schneefeld vorbei am Junssee.

Das Wetter bietet auch heute wieder einen wahnsinnigen Weitblick.

Aber den Höhepunkt in Punkto Aussicht erlebe ich heute beim überschreiten des nächsten Gebirgskamms. Auf nicht viel mehr als 1m Breite lege ich den Rucksack für ein paar Minuten ab und genieße in riesigem Respekt vor Höhe und Abhang den Blick auf den leider sehr zurück gegangenen Tuxer Gletscher.

Dies Bild nenne ich „Hose voll bis Anschlag“ 🙈

Sehr beeindruckt, aber weiter konzentriert nehme ich den Abstieg Richtung Tuxerjoch Hütte in Angriff. Nur nicht am Weg vorbei treten…

Die verschiedenen Liftanlagen des Skigebietes werden sichtbar.

Schöne grüne bucklige Welt am Berg gegenüber.

Kurz vor Ende des Abstiegs ein schöner Wasserfall.

Im Endspurt zum Tuxerjoch Haus geht es über ca. 3km noch mal 300 Höhenmeter hinauf.

Was man den Salzburgern gegenüber den Tirolern aus meiner Sicht klar zu Gute halten muss, ist das es dort deutlich mehr Bänke und auch Einkehrmöglichkeiten gibt. Hier gibt es manchmal über Stunden kaum Möglichkeiten zum „halten“.

Aber vielleicht liegt‘s ja auch an meiner Streckenwahl.

Erschöpft für heute, aber glücklich, durstig und hungrig erreiche ich das Tagesziel.

Meine Aufgabe für morgen ist schon beschrieben.

Ich hoffe, dass „Lattenjupp“ das mit dem Wetter regelt und die Schwaden sich morgen zurück halten, bis ich außer Reichweite bin.

Der Weg ist das Ziel!

Die Zahlen musste ich heute leider manuell addieren, da der Tracker sich mehrmals abgeschaltet hat…

Tag 9 – Weidener Hütte-Lizumer Hütte

Der natürliche Wecker heute funktioniert gut…

Da ich also pünktlich wach bin, warte ich noch ein bisschen auf den Beginn vom Frühstück. Der Rucksack ist schon „Ready to go“ 😊.

Das Wetter passt schon mal wieder…

Frisch gestärkt und von den netten Herren vom Vorabend verabschiedet kann es los gehen.

Ziele gäbe es einige, aber ich mache mich auf zur Lizumer Hütte.

Schon nach dem ersten Kilometer merke, dass es heute schwierig wird. Es geht zwar anfangs durch waldiges schattiges Gebiet, aber die Beine sind heute unheimlich schwer. Die letzten Tage haben Ihre Spuren hinterlassen. Außerdem hab ich etwas Nackenschmerzen, die zusätzlich ein wenig Kopfschmerzen nach sich ziehen. Ich laufe heute den kompletten Tag auf der Sonnenseite der Berge. Es wird warm werden.

Trotzdem werde ich immer wieder durch die Traumhafte Landschaft begeistert.

Selbst der Blick zurück zur Weidener Hütte ist wunderschön anzusehen.

Einen Moment später bin ich auch schon für einen kleinen Zeitraum im Wald verschwunden.

Tolle Bäche kreuzen wieder meinen Weg und auch die Pfade laden zum Laufen ein. Nur mir fehlen ein wenig die Körner.

Obwohl ich heute recht häufig zum Verschnaufen stehen bleibe, hält sich die Anzahl der Fotos in Grenzen. Ich will bei den recht steilen Hängen nicht die Konzentration verlieren.

Aber hin und wieder kann ich es doch nicht lassen, die Weite festzuhalten.

Teilweise kommt hier trotz der letzten trockenen Tage gut Wasser vom Berg.

Endlich finde ich eine Stelle, wo ich eine Pause einlegen kann, ohne gleich weg zu rutschen.

Zwei Kurven weiter denke ich, „Hoppla!“ „Herman Löhns war bestimmt nicht hier… aber die Heide brennt noch!“ 😜

Dann liegen plötzlich Steine, fast wie in den Weg drapiert vor mir…

„Wenn dir jemand Steine in den Weg legt, nutz sie, um an Ihnen aufzusteigen.“ 😬

Kurz vor Erreichen des höchsten Punktes für heute nutze ich eine Bank und komme etwas zur Ruhe.

Auch hier eine herrliche Aussicht.

Noch ein paar Höhenmeter weiter genieße ich die Sicht vom Krovenzjoch (auf 2450m)

Meinen weiteren Weg im Blick geht‘s wieder bergab. Berge so weit das Auge sehen kann.

Schon nach der nächsten Kurve kann ich, noch in weiter Ferne, mein Tagesziel erkennen. Die Lizumer Hütte.

Etwas weiter des Weges stoppt mich dieses Warnschild. (Ich hatte auf der vorigen Hütte schon von dem Militärgebiet gehört.

Ich rufe natürlich direkt die noch lesbare Nummer an und hab auch schnell einen Wachhabenden dran. Nachdem ich Ihm auf Rückfrage erklärt habe, wo ich gerade unterwegs bin und wo ich hin möchte, gibt’s für mich die Freigabe…

„Ah, na, da herum sollte heute eigentlich wahrscheinlich niemand schießen. Und wenn doch, dann steht da normalerweise wahrscheinlich auch ein Warnposten. Also a schönen Dag no beim Wandern“.

😳🥺😱🤪🙈

Bin ich jetzt beruhigter? Nicht wirklich. Aber anders geht’s ja schlecht. Und ich geh, natürlich auf den ausgewiesenen Wegen weiter. Nach einer Bergkuppe vernehme ich das erste Mündungsfeuer, welches meinem Weg folgend kontinuierlich lauter wird. Ich erkenn die Kaserne samt Schießstand am anderen Hang. Die Übungen betreffen nicht meine Route!💪🤪

Auch in der Luft geht’s ordentlich daher.

Sehr geschafft, trotz kürzerer Route erreiche ich die Lizumer Hütte. Nebenbei sei noch erwähnt, dass ich mit der Tour heute die 250km seit Beginn in München überschritten habe. 😊

Es gibt Schorle mit Aussicht 😜

Ich hoffe, morgen sind Kondition und Knochen wieder besser sortiert und nach einem leckeren Hüttenessen mit sehr netten Leuten am Tisch geht’s für mich wieder pünktlich zur Nachtruhe.

Daten zum Tag…

Tag 8 – Karwendelrast-Weidener Hütte

Heute morgen geht’s mir direkt deutlich besser. Ich hab gut geschlafen und freu mich auf den Tag! Nach einem enormen Frühstück in der Karwendelrast geht es direkt los!

Großartige Ereignisse werfen Ihre Schatten voraus 😂 (wahrscheinlich sind meine Beine heute Abend sooo lang🙈)

Nach kurzer Irritation, den richtigen Einstieg in den Pfad zu finden laufe ich durch ein kleines Waldgebiet eine kleine Klamm herunter. Ein fantastischer Weg mit tollen Eindrücken. Es geht über mehrere Hängebrücken.

🤔 Dann vertrau ich mal 🙈
Weiter unten wär‘s nass…
😱🙈

Hin und wieder Wunder ich mich auf dem Pfad über Gerüche und schau mich um. Ist hier eventuell ein Vorgänger am Pfad vorbei getreten? Vor Monaten? Oder sind diese doch tierischen Ursprungs? 🤔🤪🙈 Die Frage bleibt unbeantwortet.

Ein Stückchen weiter. Hier wird dank Wasserkraft wirklich saubere Energie erzeugt. Dies Kraftwerk gibt es schon seit 1960.

Kurz bevor ich das Tal erreiche, mache ich diese Entdeckung. In Hamburg hätte man sicher was anderes erwartet. Aber hier gibt’s „Almkas“ zu erwerben. 😂

🤔 Lochladen 🧐

Der Tiroler hat, wie scheinbar überall im Alpenland, seine Balkonpflanzen im Griff.

Als ich das Inntal erreiche, klaffen über mir am Weg Felsen, die eher wie zu dünner Beton wirken. Ich geh mal lieber zügig weiter. Mein Vertrauen hält sich in Grenzen.🧐

Ich durchlaufe Vomperbach, bevor ich das Inntal durchquere. Hier hat der Pfarrer noch das Sagen! 😬

Stammplatz erste Reihe! ☝️

Ein kleines Stückchen geht es parallel zur Inntal Autobahn. Herrlich, bei diesem Wetter nicht im Auto sitzen zu müssen. 😊

Nun steh ich am Ufer des Inn. Hier ist ordentlich Strömung drin. Und es wachsen Hand in Hand Eiche und Vogelbeere! 😊

Hab ich aber auch nur entdeckt, weil der Kaffee gedrückt hat 😂

Die Aussicht auf die ersten Berge der Tuxer Alpen ist atemberaubend.

Nach der Überquerung des Inn geht’s recht zügig wieder bergauf und ich bekomme wunderschöne Sicht auf die hinter mir liegende Berglandschaft.

Mein Weg hinauf in Richtung Tagesziel Weidener Hütte ist deutlich grüner, als der gestrige Weg.

Am Gasthof Innerst mach ich endlich eine Rast. Es geht doch wieder ordentlich nach oben heute.

Über kleine Waldwege, wenig Forststraßen und malerische Pfade erreiche ich die Weidener Hütte.

Bisschen ins Schwitzen gekommen, der Junge 😂
Endlich angekommen 💪

Begrüßung auf der Hütte heute „So, da isser ja, der Herr Sonnemeyer“ 🙈

Ich, „oh, fehl nur ich noch??“ (woher kennt der mich nur 🤔) „Naaa, aber der einzige, der wo allein unterwegs ischt. Alle anderen wandern in Gruppen.“😬😂

Ich bereite mich vor auf meine erste Hüttenübernachtung überhaupt. Und weitere werden in den nächsten Tagen folgen.

Die Sonne geht langsam unter am Berg und draußen wird es kühl.

In der Hütte sitze ich noch 2-3 Stunden gemütlich mit Walter und seinem Kumpel (den Namen hab ich leider nicht mehr parat), beide mit dem „Stromrad“ hier oben, zusammen und wir sprechen über Fußball, Hoeneß, 1860, Skifahren, Norddeutschland und vieles andere. Ein sehr netter Abend. Eventuell treffen wir uns in zwei Tagen im Tuxer-Joch-Haus in der Hütte wieder, so der Zufall es will.

Ein anstrengender aber schöner Tag! Ich freu mich auf morgen!

Der Weg bleibt das Ziel!

Die Statistik:

Tag 7 – Pertisau-Karwendelrast

Heute wird es allein wegen dem Wetter spannend. Ich hoffe, ich kann die Etappe komplett gehen.

Ich fühle mich zunächst etwas schlapp heute morgen. Obwohl ich ganz gut geschlafen hab. Ich glaube ich hab gestern sehr gut, aber zu viel gegessen.

Also erst mal alles in Ruhe angehen und den Rucksack startklar machen. Als alles wieder gut verpackt ist, geh ich Frühstücken. Erst mal Kaffee!! Da nur ein Brötchen rein geht (es tut mir in der Seele weh, aber Rührei geht noch nicht rein 😭), schmier ich mir noch eine Semmel für später.

Es geht mir schon etwas besser und ein bisschen Energie kommt auf. Ach ja, die Schuhe sind auch endlich wieder trocken! (Zum Glück lag an der Rezeption die Tiroler Tageszeitung aus. 😬

Lesen würd ich die aber jetzt nicht mehr 🤪

Nur noch die verbrauchten Getränke da lassen und auschecken…

Es geht los in Pertisau (Bergland Hotel).

Meine Frau meinte, ich wachse langsam zu… ich hab mir die Bikini Zone dann jetzt mal wieder frei geschnitten. Für mehr war keine Zeit 😬

Ich gehe in Richtung Gramaialm. Die Wettervorhersage sagt, es soll bis Nachmittag trocken bleiben. Mit etwas Glück auch den ganzen Tag, wenn ich rechtzeitig über‘n Berg bin. Die Frostgrenze ist heute auf 3.200m angekündigt. Wenn ich mich nicht versehentlich in irgend einem Paragliding Schirm verhedder, sollte ich da nix mit zu tun haben. Handschuhe bleiben im Rucksack! 😂.

Ich folge von Pertisau aus dem „Adlerweg“. Er führt vorbei an der Falzthurnalm zur Gramaialm.

Schon nach kurzem Weg bin ich von den beidseitig aufragenden Felswänden sehr beeindruckt. Ich habe zwar keine Angst, aber schon gehörig Respekt vor dem, was heute ansteht.

Das ist schon ein etwas anderes Kaliber, als in den letzten Tagen.

Auch die Holzbrunnen haben andere Kapazitäten 😂

Grob geschätzt würden hier wohl 13-14 Kisten Bier zum Kühlen rein passen. 🤔 Christian, wie lang ist der Crafter?

In der Gramaialm schaue ich mich ein wenig um und raste kurz an einer von mehreren geöffnet Hütten.

Nach einer kleinen Hollunderschorle und einem kurzen Beratungsgespräch mit dem Wirt zu Wetterlage und möglichen Aufstiegsrouten entscheide ich mich für den Weg über die Lamsenjochhütte. So besteht die Möglichkeit sich aufzuwärmen oder zu unterbrechen, falls das Wetter doch noch umschlagen sollte.

Noch ein Blick zurück zur Gramai

ALTER FALTER!!! Was für ein Anstieg! Über zunehmend schmaler und steiler werdende Schotter und Fels Pfade geht es auf knapp 4km jetzt 700 Höhenmeter hinauf. Nach Fotos ist mir erst oben wieder zumute.

Zwischendurch überlege ich ob bzgl. des Rucksacks meine„Haben ist besser als brauchen“ Strategie wirklich noch die Richtige ist.

Die Wirtin berichtet mir später in der Unterkunft, dass schon einige Wanderer der Langstrecken nach dem Weg zum Postamt gefragt haben. Überflüssiges ab ins Paket nach Hause. Aber noch bin ich tapfer und klammere!😜

Aber nach knapp 2 Stunden bin ich oben und mach eine ausgiebige Pause. Tolle Aussicht, trotz einiger Wolken in den Gipfeln.

Als ich das Sauerstoffzelt wieder verlassen kann, wechsel ich erst mal Shirt und Jacke. Auch ohne einen Tropfen Regen ist beides wieder komplett durch.

Den geplanten Abstieg muss ich leicht variieren und statt Wanderpfad zunächst einen Schotterweg nehmen.

Weiter unten sehe ich später auch warum.

Die Felswände beim Abstieg setzen denen des Aufstiegs noch mal einen drauf!

An der Wand gegenüber meines Weges hat wieder einer den Schnee nicht geräumt.🙄

Manmanman, einmal mit Profis arbeiten 🙄

Kurz hinter dieser Kurve kommt mir erst eine Frau entgegen. Sie wandert bergauf. Ich denk mir nichts dabei. Ein paar Minuten später ein älterer Mann auf dem Fahrrad. Und fragt mich, ob ich seine Frau gesehen hätte. Er hätte Sie nach eigener Aussage ja längst eingeholt haben müssen. Ich grins mir ordentlich einen und muss aufpassen, nicht loszulachen. Das war auch noch ein E-Bike. 😂

Die Wände rechts und links bleiben weiter beeindruckend, ja fast bedrohlich.

Aber so langsam wird es wieder etwas flacher und ich kann wieder etwas mehr Geschwindigkeit aufnehmen.

Die leeren Flussbetten der Gebirgsbäche lassen erahnen, was hier zur Schneeschmelze los ist.

Ich passiere das Gebiet der Stallenalm und komme meinem heutigen Ziel, dem Gasthaus Karwendelrast so langsam näher.

Ein Gebilde (ist das Kunst, oder kann das weg?🤔) erweckt meine Neugierde.

Na, da bin ich aber erst mal beruhigt – mal sehen, was Italien dann zu den Bären zu bieten hat 🙈

Ich laufe langsam über die Ausläufer des Karwendelgebirges und kann die erste Sicht auf die Kitzbühler und Tuxer Alpen erhaschen und stärke mich für den heutigen Endspurt mit der Semmel vom Frühstück.

Meine Trinkflaschen kommen übrigens aus Filzmoos! 💪😊

In der letzten Stunde vor Eintreffen in der Karwendelrast habe ich mehrfach eine tolle Sicht auf die angrenzenden Gebirge und meine Aufgabe der nächsten Tage.

Kitzbühler Alpen
Tuxer Alpen

Ich bin angekommen! Und genieße den Ausblick auf das, was kommt…😊

Morgen geht’s dann durch‘s Tal und rüber, hinein in die Tuxer Alpen 😎. Es soll wieder wärmer und beständiger werden.

Durch die Bayrischen Voralpen hindurch, am Rofan vorbei und durch das Karwendel bin ich jetzt. Morgen müsste noch vor der Mittagszeit die 200km Marke geknackt sein.

Der Weg ist das Ziel!

Ich bin für heute platt! Gute Nacht!

Hier noch die Statistik…

Tag 6 – Achenkirch-Pertisau

Da bin ich auch schon wieder. Fertigstellung und Upload hat heute noch wieder etwas länger gedauert, ich hatte noch ne Wäscheaktion 😬 aber mehr dazu später.😊

Mit dem Tag gestern liegen jetzt bereits gut 146 km hinter mir. Heute noch nicht addiert! Aber zunehmend werden jetzt die Höhenmeter interessanter, als die Streckenkilometer. Es geht ja nun mehr in die Höhe und in den folgenden Tagen geht es tiefer ins Karwendelgebirge. Da schaff ich nicht mehr so viel „Weite“.

Ich starte in Achenkirch, meinem Zielort von gestern. Wenn mir keine spontane Planänderung in den Sinn kommt, sollte es, je nach Wetterlage, ein entspannter Tag werden. Da es die sich anschließende Etappe in sich hat.

Toll wäre natürlich, wenn ein Bad im Achensee drin wäre, da ich Ihn im Verlauf von oben nach unten ablaufen werde. Es soll hier viele tolle Badestellen geben.

Also geht es wieder los…

Das Wetter hat sich von gestern glücklicherweise gut erholt. Die Berge hängen zum Teil noch etwas in den Wolken, aber regnen soll es frühestens am Nachmittag.

Ich gehe mit leichten An- und Abstiegen zunächst entlang des Karwendelweges. Immer dem Weg Richtung Achensee folgend.

Das Wetter wird immer besser und ich muss hin und wieder etwas warten. Kalle möchte jetzt auch gerne mal Selfies machen…🙄

Kalle „himself“

Währenddessen schaue ich mir ein wenig die Natur an und entdecke einen ordentlichen „Brummer“ von 🐌. Ich bin vom Frühstück aber noch gut gesättigt (was für ein B&B absolut hervorragend war!) und Schnegge ist nicht wirklich auf meiner Ernährungskette enthalten.

Als wir wieder weiter können queren wir ein Bächlein. Hier haben vorher schon Wanderer einige Steinmännchen errichtet. Ich suche etwas passendes im Bach und lass eines der Männchen weiter wachsen.

Es klart weiter auf und ich (Ich wechsel jetzt wieder ins Singular, nicht dass Ihr denkt, es gab schon zum Frühstück Weißbier!) versuche mit anderen Passanten ins Gespräch zu kommen. Aber die sind heute irgendwie stur. (Ich schreib jetzt nicht wieder, wo die Wollschweine herkommen könnten, sonst gibt’s gleich wieder Mecker!)

Ein Stückchen weiter zeigt sich der See das erste mal.

Ich bleibe einen Augenblick vor dem nächsten Motiv stehen, und überlege ernsthaft, ob ich da jetzt gemeint bin.

Hätte ich das gestern, mit den Knöcheln-vollen Stiefeln gesehen, ich wäre wohl ins Grübeln verfallen. Aber jetzt? Hier? Heute? ICH ? Och Nö! Ich denke das passt schon noch!

Kurz vor erreichen des Seeufers der erste große Apres Ski Tempel. Aber siehe da! Auch hier, dank Corona, nix los – Tote Hose.

Meine Jagatee Bestellung wurde komplett ignoriert! 🤨

Einige 100 Meter weiter, etwas oberhalb zeigt sich mir ein bekanntes Bild! Hier durfte ich 2017 an der Seat Snow Experiance teilnehmen. Tolle Sache war das, Christian!!👍🙏 Damals war es etwas weißer und die Fahrzeuge waren spanischer. 😬

Dann erreiche ich den See und folge dem faszinierenden Panorama Pfad.

Ein kleine Wasserfall ergießt sich in den Achensee. Wieder zeigt sich die Natur von einer tollen Seite.

Schweißgetrieben und auch schon etwas hungrig erreiche ich nach ca. 2/3 der Tagesstrecke die Geisalm und pausiere ausgiebig.

Jaaa, Ingo! Auch das !

Für Ingo!

Während ich hier sitze kracht‘s und ein Raunen geht durch die Menge. Etwas weiter oben in der Felswand hat wohl eine Gams einen kleinen Steinfall ausgelöst. Das Geräusch und Getose ist schon krass und beeindruckend. Einen Bruchteil einer Sekunde steht die Welt still. Zum Glück löst sich keine weitere Lawine und es bleibt bei einem „Aha-Effekt“, der zumindest die Sinne wieder geschärft hat.

Der Steinfall war recht nah der Alm.

Hier jetzt noch was in eigener Sache!

Warnhinweis!!!!

Sollen sich Passanten auf den Fotos finden, die hier nicht sein wollten, und auch gemäß DSGVO diesem nicht zugestimmt haben, SORRY! Was lauft Ihr mir auch ins Bild! 🙄 Wenn Ihr Euch erkennt, und es stört Euch, OK, bitte Kommentar schicken, ich geb ne Zirbe aus! 🙄

Und weiter…😊

Frisch gestärkt nehme ich den Rest des heutigen Weges in Angriff und kann mich trotz verlockenden Möglichkeiten aufgrund des Wetters nicht zu einem Bad durchringen. Es sieht wieder mehr nach Regen aus.

Wobei die Kurven, an denen ich entlang gehe quasi immer wieder rufen „Spring rein!“. Aber 10m über See ist das sicherlich noch. Und ich hab 16kg auf dem Rücken.

Flachköbber? 🤔 Neee!

Auch nach der nächsten Kurve werd ich vor der Erfrischung von oben verschont. 🤔 Gietze, warst Du hier schon?

Da hat doch glatt einer sein Carport hier abgestellt 🙄

Vorbei an der Vogelbeere, die aber im Glas eher zu empfehlen ist, taucht Pertisau im Blickfeld auf.

Ich versuche im Endspurt noch mit dem „Stand Update Paddler“ mitzuhalten, aber er zieht vorbei. (Am Anleger bin ich aber wieder 5 Meter vor Ihm💪)

Angekommen in Pertisau, pünktlich zur Kaffeezeit!

Draußen heute KEINE Kännchen!

Da ich früh dran bin, lass ich mir mit dem Einchecken im Hotel Bergland noch ein wenig Zeit und kühl das Profil wieder runter.

Jaaa, Michi, hier ohne 3D! 🙄

Noch kurz ein Wort zu dem Hotel Bergland. Normalerweise hab ich versucht, einfache, günstige Zimmer zu buchen, so weit möglich. Auch in diesem Fall. Über Booking.com war im Februar/März solch ein Kampfpreis angeboten, ich konnte nicht widerstehen. Preis heute wäre zweifach, fast dreifach. Aber man muss auch mal Glück haben!💪

Das tolle hier ist jetzt, dies ist meine letzte Nacht, bevor es in die Höhe und auf Hütten des Alpenvereins usw geht. Und ich hab einen Mega Balkon mit Aussicht!

Ich nutze diesen günstigen Zufall und wasch noch mal alles, was angeschwitzt ist und kann meine nassen Sachen, mit etwas Einfallsreichtum (und mit Kalle‘s Hilfe!) zum trocknen aufhängen! Nach gestern war doch einiges klamm.

Blick vom Balkon
MEIN Balkon! 💪
#DemIngenieuristnixzuschwör 😜
Danke Kalle! 😬

Während ich die Klamotten raus hänge, kann ich auch noch ein paar Paraglider bei der Landung einfangen.

In Pertisau neigt sich der Tag dem Ende entgegen und für mich wird es Zeit, Schuhe und Inhalt zu lüften, bevor es zum Abendessen geht.

Wenn das Wetter mitspielt, geht’s morgen zur Sache (Ihr wisst, was jetzt kommt! 😬😬)

Auf… „Dem Weg, der das Ziel ist!“ 😊

– Gute Nacht!

Statistik am Ende…

Tag 5 – Kreuth-Achenkirch 🇩🇪-🇦🇹

Heute geht es also aus Deutschland heraus nach Österreich, von Bayern rüber nach Tirol. Rüber passt hier ganz gut, da ich die Grenze ungefähr am höchsten Punkt des Tages überquere. Aber der Reihe nach…

Nach einer recht guten Nacht (insgesamt schlafe ich m. E. für die Anstrengungen immer recht wenig) und einem großen Frühstück starte ich. Selbst am Lampenschirm lässt sich erkennen, dass ich mich im Gasthof zur Post befinde.

Aber genau so stell ich mir die Einrichtung in diesen Gefilden auch vor!👍

Das Wetter ist heute morgen deutlich besser, als erwartet. Eigentlich sollte es kühler sein und zeitnah auch nasser.

Daher fliegt die Jacke auch recht schnell in den Rucksack.

Zunächst noch wieder entlang der Weißach bekomme ich auch direkt einen schönen Blick auf den Leonhardstein (1449m).

Ein paar Hundert Meter weiter verwundet mich dies Schild. Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. 😂 Aus Sicherheitsgründen wechsel ich die Straßenseite.🙈

Und wieder sehe ich heute eine wunderschöne Natur am Wegesrand. Und Eichhörnchen flitzen vor mir über den Weg (leider ohne auf das Foto zu warten)

Bald bin ich am „Alten Bad“ von Wildbad Kreuth vorbei und ich folgen den Wegen zum Aufstieg auf die Blaubergalm.

Ich gehe anfangs um den Gernbergkopf und im weiteren Verlauf um den Hohen Gernberg herum und steige weiter auf. Es geht vorbei an der Geiß-Alm und ich bin recht überrascht, wie Anspruchsvoll diese Strecke zu Beginn der Alpen doch schon ist.

Über die Graseckwand komme ich auf 1536 Meter und erspare mir hier den Gipfel Aufstieg auf den neben mir aufragenden Schildenstein. Die Aussicht ist noch OK, aber witterungsbedingt kein Vergleich zu gestern.

Schildenstein (1613m)

Noch vorbei am Predigtstuhl (1562m) überschreite ich die Grenze zu Österreich und erreiche kurz darauf die Blaubergalm.

Predigtstuhl in den sinkenden Wolken

Die Maskenpflicht bzg. Corona, wie ich (und hier heute viele andere auch) sie aus Deutschland aktuell für die Hütteninnenbereiche (wie auch Restaurants) kennen, gibt’s hier aktuell nicht mehr.

Da dies heute auf meinem Weg so ziemlich die einzige Möglichkeit zur Jause darstellt, pausiere ich länger. Es gibt Leberkäse mit Spiegelei und Kartoffelsalat! Sehr lecker!! (aus Mitgefühl erspare ich Euch das Foto – es war seeehr lecker! 😋)

Da es sich jetzt doch deutlich abgekühlt hat (ich hab mich auch schon wieder mehr eingepackt) und es jetzt doch nach Regen aussieht mach ich mich auf den Weg runter über Achenwald nach Achenkirch.

Auch die Wolken folgen mir zügig nach unten

An dieser Stelle, wo ich so unspektakulär bergab gehe beschäftigen mich wieder ein paar Themen aus dem Leben.

Zwei davon möchte ich hier noch hervorheben .

1. Warum eigentlich wandern?🤔Und woher hab ich diesen Fimmel bloß?

2. Warum hat mein treuer Begleiter, mein Wanderstock eigentlich keinen Namen, obwohl wir diese Tour so Hand in Hand gemeinsam durchziehen. ( Ich habe Ihn vor einigen Jahren von Insa zu meinem 40. Geburtstag bekommen – Du hast meine Begeisterung zum Wandern ja auch schon lange erkannt 😍😘)

Und wie ich diesen beiden Themen eine Verbindung geben möchte!

Ich fang mal vorne an. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in meiner Kindheit und Jugend mal anders Urlaub gemacht haben, als in die Berge zu fahren. Früher nach Grassau im Chiemgau, später nach Schenna in Südtirol. (wo ich hoffentlich später im September auch noch durch kommen werde). Bestimmt war ich damals nicht immer für jeden Berg begeistert, aber irgendwie hat sich da wohl was festgesetzt. Und das ist gut so! Es gibt für mich keine schönere Art, mich auszupowern und gleichzeitig zu entspannen.

Eine meiner ersten Touren 😊
Und auch später immer mit einem Lächeln!

Und hier noch ein ganz frühes … (Sorry Anke! Damals gab es noch keine Datenschutzverordnung. Also verwende ich das hier einfach mal! 😬 Musst Dich bei Mama beschweren, bestimmt hab ich das Bild von Ihr bekommen 😜)

Frühkindliche Infizierung mit „Bergwandern“

Was will ich damit sagen? Mama und Papa (von wo auch immer Du jetzt von oben zuschaust), diese Leidenschaft habt Ihr wohl in mir entzündet, oder die Grundlagen dafür gelegt.

Dafür bin ich heute sehr dankbar!😘

Womit ich zu dem zweiten Punkt komme….

Der Wanderstock heißt jetzt Kalle!

Es heißt ja bekanntlich „der Stock“, also hielt ich Else für nicht ganz passend. Aber Karl-Heinz war mir an dieser Stelle zu lang. „Insidern ist dieser Bezug klar, und das muss an dieser Stelle auch reichen. Und so, wie „Kalle“ früher meine Hand beim wandern genommen hat, macht er das eben auch heute!😊

Über was man sich nicht alles so Gedanken macht, nech…😊

So, aber jetzt mal wieder zur Wanderung an sich…

Unterwegs rüste ich um auf Regenschutz, und schon nach kurzer Zeit schüttet es wie aus Eimern.

Auch ein Gewitter deutet sich erst noch an, aber es bleibt mit Donner ohne Blitz im Rahmen und ich gehe die letzten 2 bis 2,5 Stunden für heute in immer noch zunehmendem Regen. Fotos gibt’s davon leider nicht mehr, da auch das Handy schon recht nass in der Tasche klebt. Klatschnass bis auf die Knochen erreiche ich mein B&B und die warme Dusche in Achenkirch.

Jetzt mal ehrlich, ich dachte ich bin echt gut ausgerüstet, aber mir ist am Ende wirklich das Wasser vom Rücken über den Ar… ähm Hintern(!) bis in die Socken gelaufen.

Mit Entsetzen muss ich dann noch feststellen, dass mein Stecker für das USB Ladekabel sich entschlossen hat sich von mir zu trennen und es sich weiterhin in Kreuth im Gasthof gemütlich macht.🙈 Glücklicherweise hat mein freundlicher Gastwirt im B&B Ersatz am Start, den ich behalten kann. Auch hier haben sich wohl schon häufig ähnliche Trennungsereignisse ergeben.😝

Da die nassen Sachen inklusive meiner Schuhe jetzt im Trockenraum versuchen sich für morgen wieder einsatzfähig vorzubereiten und ich vom Leberkäse immer noch gut gesättigt bin, entscheide ich mich ohne großes Abendessen in der Unterkunft zu bleiben und die Ereignisse des Tages bei einem* leckerem Weizenbier in Buchstaben zu bringen. (*Anmerkung der Redaktion: die Anzahl war bei Redaktionsschluss noch offen, konnte aber nicht ständig nach oben tariert werden)

Was war noch…?🤔 Ach ja, ob die Bayern eigentlich wussten, dass ein „echter“ amtierender Preußen König gerade durch Ihr Land gereist ist? 🧐

Preußisch-Eylau König 2019 (und 2020 immer noch – Dank Corona)

🤔 Zumindest ist mir nicht aufgefallen, dass hier irgendwo geflaggt war. Sicherlich hat die Botschaft die Mitteilung wieder nicht rechtzeitig herausgegeben.😂

Aber jetzt Schluss mit lustig für heute. Eins möchte ich noch los werden…

Heute war, bis auf das abschließende Wetter ein recht emotionaler Tag für mich. Woher auch immer. Ich hoffe ich konnte auch das ein wenig zum Ausdruck bringen.

Aber genau das ist es, was diesen Weg zum Ziel macht!😢😊💪

Hier nun noch Statistik…

Tag 4 – Gmund-Kreuth

Ein neuer Morgen, ein neuer Start. Heute ist die Etappe trotz nicht allzu vieler Höhenmeter eigentlich nicht so lang angedacht. Das hat sich bei der Planung durch die verfügbaren (und bezahlbaren) Unterkünfte so ergeben. Aber Dank des motivierten Wirtes beim Essen gestern Abend hab ich direkt eine Idee für eine Verlängerung, bzw. eine Erhöhung. Bei dem tollen Wetter muss Aussicht her! So bald bin ich hier ja nicht wieder.😊

Dieser 4. Tag ist auch der letzte, den ich komplett in Deutschland, Bayern wandere. Am 5. Tag wird es dann auf knapp 1500m Höhe über die Grenze in unser ebenfalls wunderschönes Nachbarland Österreich gehen, das ich, so die Füße (und natürlich auch der Rest dadrüber) weiter mitmachen, durchlaufen möchte.

Ein großes Lob an dieser Stelle noch ans Gasthaus am Gasteig! Meine Bleibe in Gmund. Tolle Aussicht, super Preise, nette Leute und, Gutes Bier. Gell, Michael, ich darf Dich hier zitieren…😊

😬

Aber nun erst mal zu heute… das war die ursprüngliche Planung…

Und so sah der Plan dann morgens zum Frühstück aus…

Und so sah es draußen noch vorm Frühstück aus…

Sonnenaufgang in Gmund

Also wieder alles in den Rucksack und los. Die Beine machen gut mit und ich nehme mich dem neuen Plan an. Noch ein kurzes Startfoto in Gmund, einen Blick aufs Wetter und schon bin ich wieder einigermaßen in meinem Modus.

Es wird heiß Baby! 😎

Ich geh ein Stück direkt am See entlang und biege dann ab um Höhenmeter zu machen. Schon nach kurzer Zeit werde ich das erste mal ausgemuht und dann nur mit dem Allerwertesten angesehen.🤔 Das war wohl ein Zeichen. Aber das verstehe ich erst später am Tag.

Über Wiesen und durch Wälder geht es teilweise wirklich steil bergauf. Aber immer wieder gibt es tolle Gärten oder schöne Aussichten zu sehen.

Noch deutlich vor 11:00 Uhr erreiche ich meinen ersten Etappenpunkt. Die Neureuth auf 1168m. Eine tolle Aussicht auf den Tegernsee und die angrenzenden Berge. Grund für ein erstes Päuschen.

Im weiteren Verlauf geht es mit nur kleinen Steigungen weiter zur Gindelalmschneid (auf 1335m)

Auf dem Weg kann ich einen letzten Blick auf die Flachebene vor den Alpen werfen…, einen Rückblick…

… und erreiche das erste Gipfelkreuz.

Ein herrliches Panorama…

Ohne lange Pause mache ich mich auf den weiteren Weg zur Baumgartenschneid. Die Strecke wird zunehmend anspruchsvoller. Einige Schwarze Wege sind enthalten. (Skifahrer können sich hier in etwa den Anstieg des Schwierigkeitsgrades denken).

Aber die Aussicht die sich mir hier immer wieder bietet, ist der Wahnsinn! 😎⛰😍

Ich kann den Schliersee deutlich erkennen.

Hier zeigt mir dann ein älterer Einheimischer Wanderer, dass man sogar den Chiemsee sehen kann. Leider kommt das auf dem Handy Foto nicht so rüber. Aber es ist der kleine graue Streifen, links von dem höheren bewaldeten Gipfel …

Noch vor dem erreichen der Baumgartenschneid erfahre ich, wovor mich wohl die Kühe morgens schon intuitiv warnen wollten… Beim Abstieg in eine Senke versucht der junge (sehr junge) Bauer seine Kühe da oben spontan per Trecker in den nächsten abgesteckten Bereich zu treiben. ☝️Problem, ich bin noch drin! (Aber eben wohl MEIN Problem, nicht seins). Ich merke, dass man(n) auch mit 16kg auf dem Rücken und Wanderschuhen an den Füßen noch ein enormes Tempo aufnehmen kann. Aber die Horde Paarhufer mit Ihren jeweils sicherlich 700-800kg sind schneller und holen auf. Ich komme leicht ins Straucheln und kann mich gerade noch vor einem Flachköbber in den Elektrozaun wieder fangen. Gerade rechtzeitig erreiche ich die Viehsperre und zwänge mich durch. Völlig außer Atem muss ich feststellen, dass einige andere Wanderer, auf der sicheren Hangseite, von wo die Kühe gekommen sind, lachen, johlen und Handy Aufnahmen mach.🙈 Ich hoffe, ich finde meine Stunt Einlage nicht auf YouTube.😱. Da ich die Action Cam nicht am Start habe, gibt’s hierzu nur das folgende Bildmaterial, aus sicherer Entfernung (als ich den Handy Knopf wieder erwischen konnte).

Links vom Schild noch die rettende Viehsperre

Nach den schon angekündigten schwierigen Passagen erreiche ich den nächsten Gipfel der Baumgartenschneid (auf 1433m) und genieße erneut eine fantastische Sicht.

Die beiden Damen, ganz links auf diesem Panorama hab ich da übrigens nicht reingebastelt! Die saßen da tatsächlich zum „Posen“ 😬
Blick runter, auf meinen Weg Richtung Tegernsee

Im weiteren Abstieg geh ich durch Wald und Wiesen und erfrische mich auf der Galaun noch mit einem Kaltgetränk. Auch den Bayrischen Wurstsalat kann ich hier jetzt aus eigener Erfahrung sehr empfehlen!☝️

🙈Und immer wieder Michi‘s Bier…🤪

Da es mittlerweile deutlich die 30° geknackt hat, ist obwohl ich schon „unten“ ebenerdig laufe, mein Wasservorrat stark erwärmt. Gerade als ich mich innerlich beschweren möchte, warum in Bayern nicht, wie ich das aus Österreich gewohnt bin, frische Brunnen an den Wegen auftauchen, zeigt sich mir dieses Bild.

Herrlich kalt und frisch. Alles wieder gut! 😊 Nur die Füße dampfen schon so langsam.

Zwischendrin aber jetzt noch mal etwas anderes, was mir, hier in Bayern, in den letzten Tagen, in verschiedenen Landkreisen mehrfach aufgefallen ist. Obwohl unheimlich viele Leute mit Ihrem bellenden Begleiter unterwegs sind (Ja! Viele sind auch leise! Ich mag ja auch Hunde!), liegt trotzdem nirgendwo auf den Wanderwegen oder Gehwegen etwas rum. (Also das, was hinten manchmal bis häufig beim Gassi gehen raus fällt). Ich denke, dass liegt an der Einrichtung dieser „Sammelstellen“, die gleichzeitig auch immer gut mit den nötigen Tütchen bestückt sind. Tolle Sache. Und scheint zu helfen. Wäre ja mal eine Idee für unsere (meine) heimatlichen Gefilde.

Andreas, ich weiß ja, dass Du auch mitliest 😬,wenn die Zeit es erlaubt. Vielleicht kannst Du das ja mal in Kreis oder Gemeinde platzieren.

Und lieben Gruß an den Kollegen Söder! Eine tolle Sache! 😊😜

So, meine Tagesetappe neigt sich so langsam dem Ende entgegen, aber so 3-4 km vorm Ziel lasse ich es mir nicht nehmen, die dampfenden Füße noch in einem kleinen Zulauf der Weißach runter zu kühlen. Aaah, super kalt, aber herrlich!

Durch eine tolle grüne Landschaft laufe ich nun entlang der schönen Weißach bis in den schon erkennbaren Sonnenuntergang nach Kreuth in den Gasthof zur Post.

Gerade sehe ich noch das neue Fahrzeug der Feuerwehr Holzkirchen… Ich hoffe, der Gasthof ist vom Brandschutz auf Stand, und Holzkirchen ist für Kreuth im Ernstfall nicht zuständig. 😱😜

So, Spaß beiseite und Schluss für heute…

…aber auch heute sieht man es wieder, die schönsten Bilder und Erlebnisse entdeckt man doch auf dem Weg.

Denn der „Weg ist das Ziel!“ 😎

Hier noch die Streckendaten…

Tag 3 – Bad Tölz-Gmund (Tegernsee)

Heute geht es deutlich später los! Zum Einen ist die Etappe etwas kürzer und hat auch noch nicht so viel Höhenmeter, aber mehr Belang hat eher, dass es im schönen Hotel in Bad Tölz Frühstück erst ab 7:30 Uhr gibt. Und da das gut sein soll, nehm ich das noch mit!😊 Gestern musste ich da ja improvisieren.

Aber jetzt soll es dann ja auch losgehen. Heute gleich in Shorts! Es wird warm, und es ist kein Gewitter angesagt!😎

Vorhersage Startort
Vorhersage Zielort

Also ab…

Ich bin positiv überrascht, wie gut es heute Morgen mit den Füßen schon wieder geht. Schon nach kurzer Zeit lasse ich Bad Tölz hinter mir und es geht in Richtung Tegernsee.

Am Ortsausgang fällt mir ein Schild auf… (schon merkwürdig zu lesen, in der jetzigen Zeit)

Ich hoffe von Herzen, dass hier keinerlei Verbindung zu der Zeit, in der ich jetzt hier wandere besteht, und dass Corona an den Gaißachern ohne ähnliche Folgen vorbei ziehen mag.🙏

Über Wiesen und Feldwege geht es nach und nach etwas bergauf und es wird waldiger, aber somit auch schattiger 😊. Kleine Wasserläufe kreuzen meinen Weg oder begleiten mich ein Weilchen.

Und da ich heute häufig auch auf gut besuchten Fahrrad Strecken unterwegs bin, komme ich aus dem Grüßen kaum raus. Das bayrische „Moin“ ist übrigens unumstritten „Servus“! Zu jeder Tageszeit, beim kommen, gehen oder auch nur von weitem.

Mittlerweile hab ich sicherlich auch schon ein gutes Dutzend mal mein Vorhaben und das geographische Ziel meiner Unternehmung erzählt. Schön, so viele freundliche Menschen zu treffen. Die sturen scheinen zu Hause geblieben zu sein. Also in Ostwestfalen! 😂

Ich durchquere die kleine Ortschaft Marienstein und entdecke hier wohl den Eisenbahn-Fetisch eines Anwohners.😂 Jedem das Seine!😜

Kurz kommt mir der Gedanke, ich könnte im Garten zu Hause ja auch eine kleine Gebirgslandschaft errichten. 🤔 Ja, Insa, wir diskutieren das noch vorher! Versprochen! 🙏🤞😊😘

Und ein bisschen Alpenfeeling hat die Terrasse ja auch schon.😊

Nach ca. 3/4 der Tagesetappe gehe ich einen Zusatzkilometer bergauf, um mir eine Pause zu gönnen. Der Aufwand hat sich gelohnt. Ein Super Golfplatz mit toller Aussicht und günstiger, aber hervorragender Gastronomie lädt zum Verweilen ein.

Auch Kingo hätte hier seine Motive gefunden… (Liebe Grüße, mein 👑 , und lass nix oxidieren!)…

Etwas ausgeruht und erfrischt geht es nun bei bestem Wetter weiter Richtung Gmund. Dazu geh ich ein Stück des Weges wieder zurück, um von meinem Zwischenstopp wieder an die geplante Route heran zu kommen. Für eine Abkürzung über den Golfplatz fliegen mir die Bälle hier zu unkontrolliert. Und ich höre fast öfter „Fore!“, als das typische „Ping“ vom Abschlag. 🥺 Ein edles Outfit macht noch kein gutes Handikap!☝️

In der nächsten Stunde spüre ich bereits den Alpenrand unter den Füßen. Es geht mehrmals steiler hinauf und im nächsten Moment wieder runter.

Besonders beeindruckend ist hier, welche Größe die Tannen erreichen…. Einige werden zeitnah einem anderen Zweck zugefügt. 😊

Eine fertige Version ist auch im Sonnemeyer’schen Garten zu sehen 😊

Vorbei am (an) Finsterwald erreiche ich die ersten Lichtungen und die ersten Häuser der Tegernsee Region tauchen auf. Super anzuschauen und sicher nicht ohne ordentlichen Pflegeaufwand.

Frühzeitiges Lobpreisen, im exponierten Rahmen scheint bei der Landschaftsentstehung durchaus förderlich 😬

So langsam wird es deutlich wärmer, die Sonne meint es heute sehr gut!

Die Landwirte kümmern sich massiv ums Heu, was mir als Allergiker fast die Tränen in die Augen treibt 😢 Aber keine Angst! Ich hab genug Loratadin am Start 😜. Von irgendwas muss das Gewicht im Rucksack ja kommen 😆)

Nach ein paar weiteren Kilometern in der Sonne erreiche ich Gut Kaltenbrunn (seit 2015 in Händen von Käfer Feinkost) und genieße eine Weile die tolle Aussicht. Und kulinarisch kann ich hier natürlich auch nicht passen. Die wahrscheinlich edelste Brezel, die ich je hatte. (Sorry, Chris & Sven, mit Ausnahme der von Eurem „Neujahrsempfang“ natürlich!☝️😬)

Jetzt geht’s noch ein kleines Stück nach Gmund, zu meinem heutigen Domizil. Vom Gasthaus am Gasteig aus genieße ich die Aussicht auf den Tegernsee und auf die Berge, die mich in den nächsten Tagen beschäftigen werden.

Morgen mache ich dann nach 3,87km, vom „Weg, der das Ziel ist!“, die ersten 100km voll. 😊

Wieder ein kleiner Nachtrag, vor der Statistik…

Karsten, so kann ein Schützenhaus auch von außen aussehen.😜 (Ich weiß nicht, ob Du hier mitliest, aber der Richtige weiß schon, dass er gemeint ist)

😊Kleiner Spaß am Ende des Tages – aber ich find‘s recht gelungen

Und nun noch die Zahlen…

Tag 2 – Wolfratshausen-Bad Tölz

So, dank Corona leider kein Frühstück in meiner Unterkunft heute. Also zeitig ausgecheckt und wieder auf Achse!

Aber erst mal, um was zum Frühstücken zu finden… und da es hier Bäcker wie Sand am Meer gibt, krieg ich jetzt auch meinen Kaffee!!😍

Und dann aber los. Nicht, dass es wieder so spät wird, wie gestern 😊

Durch den Ortskern von Wolfratshausen geht es über die Loisach an die Isar. Wunderschön klares Wasser und dann noch dieses Wetter heute 😎.

Im weiteren Verlauf wechseln sich kleine Forstwege und Pfade durch die wunderschönen Isarauen ab. Da der eine oder andere Pfad durch etwas angestiegene Gräben unpassierbar ist, muss ich häufiger improvisieren. Dabei hilft mir die Outdooractive App sehr gut. (Ja Kinder, Papa schreibt DIE App!)

Da es in den Auen naturgemäß sehr feucht ist, hab ich schon so einige Mücken- und Bremsenstiche eingesammelt. Aber ich mag bei diesem schönen Wetter heute auch nicht weiter in Jacke laufen.

Punkt 11:00 Uhr hab ich ein kleines Schreck-Erlebnis. Eine ca. 1,5 Meter lange Schlange quert meinen Weg. Leider war sie zu schnell für ein Foto. Und erschrocken wie ich war hab ich auch das Handy nicht schnell genug zur Hand.

Hier noch meinen Dank an Alois, den erfahrenen Wanderführer aus Filzmoos. Er hat mir gerade letzte Woche noch erklärt, wie auf Schlangen zu reagieren ist.😊 Hat geholfen! Und war recht üppig, das Tier.😳

(Das war auf der Kamplbrunn Tour, wo ich mindestens 10 Jahre, dank des Jungbrunnens, meine Uhr zurück geschraubt hab – mehr durfte ich, sagte meine Frau 😜)

Komisch, gerade jetzt fällt mir wieder ein, dass ich auch gestern schon ein 11:00 Uhr Erlebnis hatte. Genau pünktlich tauchte nämlich am Weg ein großes „Biergarten“ Schild auf. Leider musste ich aber Minuten später feststellen, dass dieser trotz beeindruckender Werbung geschlossen war 😩.

Ich kann aber nicht sagen, welches 11:00 Uhr Erlebnis mir bislang „besser“ gefällt.🤪😂

Zurück zur Strecke…Ein ganzes Stück weiter, nach einem kleineren Anstieg kommt langsam der Hunger durch. Und dank des Bäckers am Morgen hab ich auch was zünftiges dabei. 😊Im „Malerwinkel“ gibt’s jetzt bei herrlichster Aussicht erst mal ne Brotzeit! Leberkässemmel!😋 (schreibt man wohl so! Inside Tipp!🤔)

Und weiter geht’s Richtung Bad Tölz. Den eben noch erklommenen Anstieg geht es an anderer Stelle, meist in Stufenform wieder herab.

Unten angekommen kommt die eigentlich nicht unbedingt nötige Warnung etwas verspätet.😆

Im weiteren Verlauf zieht sich die Strecke doch ziemlich und auch wenn es immer wieder direkt an die Isar, mit tollen Aussichten geht, so sind die steinigen Wege recht anstrengend und die erste kleine Blase am Fuß kündigt sich an.

Ich meine, mal gehört zu haben, dass in jedem Ort, wo es eine Kirche gibt, es auch ein Gasthaus oder eine Schänke gibt. (Sonst hat ja der Herr Pfarrer nix zum Einkehren). Diese Weisheit entpuppte sich in meinem Fall leider als Reinfall.😩 Zum Glück war der Umweg nicht zu groß.

Diesem kleinen Umstand zur Folge bekam ich einige Minuten später als Entschädigung dafür aber die erste schöne Sicht auf die Alpen und dass, was mich in den nächsten Tagen wohl erwarten wird.

Kurz vor dem Erreichen der Tölzer Altstadt geht es bei heute nun doch so langsam schmerzenden Füßen noch vorbei am Isar Stausee bevor ich das heutige Ziel, Posthotel Kolberbräu erreiche, wo mich schon ein Kaltgetränk in der sonnigen Tölzer Fußgängerzone erwartet. 😍

Prost! 🍻

Was mir in Bad Tölz direkt noch auffällt, wo ich gemütlich schon die Schuhe geöffnet habe (😱), sind die Ü70 Tesla Biker. Also ältere Mitbürger (männlich wie weiblich) die hier mit Ihren echt krassen E-Bikes rum-crusen. Da ist ja generell nichts gegen einzuwenden. Aber☝️, rauf und runter vom Sattel, oder womöglich den Fuß anheben, um den Ständer zu betätigen, dass ist fast unmöglich.🙈 Ich hoffe, für alle Beteiligten, dass die Industrie hier noch was erfindet.😬

Apropos Erfinden… als Ingenieur bin ich ja generell immer an technischen Lösungen interessiert. Ein paar, die mir heute auf meinem Weg begegnet sind, hab ich hier mal mit abgebildet…🙈 (aber ich bin ja angekommen)! 😬

🙈

Aber wie sollte es auch anders sein…, denn die wirklich guten Ingenieure und Techniker sind ja im Norden!

Gell, Kollegen?! 💪💪 😊

Aber auch solche kleinen Hindernisse gehören eben zu einem anständigen Weg dazu.

Denn, … „Der Weg ist das Ziel!“!

Ein kleiner Nachtrag noch, bevor ich die Strecke und Daten des Tages anfüge. Ein Satz, der mich schon seit 3-4 Tagen beschäftigt, geht mir immer wieder durch den Kopf.

„Löse das Problem, wenn es da ist!“

Dies hab ich als Antwort bekommen, auf die Frage an den Wanderführer meines Vertrauens (Den Wander-Propheten überhaupt! – und das meine ich erst!), ob meine super bequemen Wanderschuhe die Tour wohl überstehen, oder ob ich, wie vom Sportgeschäft empfohlen, doch vorher noch ein neues Paar einlaufen sollte.

Nun tue ich mich als Ingenieur in der Luftfahrt recht schwer mit „Löse das Problem, wenn es da ist“, und an die Rückmeldung der Luftfahrtbehörde möchte ich mal gar nicht denken.🙈

Aber in Bezug auf die Wanderung, meine persönliche Tour, aber auch auf viele andere Dinge des Lebens steckt in diesem kurzen Satz sehr viel erdendes! Nicht alles kann im Vorfeld abgewägt werden. Dinge passieren. Und diese Erkenntnis nehme ich als erste wichtige mit aus diesem Sommer!

(Coen, Du weißt eh, wer der Prophet mit dem Berg ist! 😜 – Nochmal Danke dafür und für Dein Backup im Falle dessen bei meiner Tour!)

Hier nun noch meine Statistik zum heutigen Tag…

Tag 1 – München-Wolfratshausen

Nach einem sehr guten Bayrischen Abendessen bin ich gestern noch ein wenig durch die Stadt gelaufen und hab wohl den einen oder anderen Münchner (oder Touristen?) mit meinen Wanderklamotten etwas zum Schmunzeln gebracht. Aber egal! Für Dresscode ist der Rucksack eben zu klein! Und wer will das schon mit schleppen.

Aber jetzt, nach dem ordentlichen Frühstück im Arthotel geht’s dann endlich los! (Ich bin ja nicht nur zum Essen hier)

😍Wandertag!

Vorab: Einige der offiziellen Routen zu verschiedenen Alpenquerungen starten auch mit dieser Etappe. Und um möglichst zügig und trotzdem auf schönen Wegen, entlang der wunderschönen Isar Richtung Alpen zu kommen, wähle ich zu Beginn meiner Tour ebenfalls diese Etappe. Und so geht es vom Hotel auch direkt zum Marienplatz, dem traditionellen Startpunkt.

Noch vor erreichen der Isar fällt mir an einer Ampel ein SUV mit eindeutigem FCB Kennzeichen auf. Wenn da man nicht gerade Herr Rummenigge meinen Weg kreuzt. Ich rufe noch „Lebenslang Grün-Weiß“, aber da ist er auch schon weg… und ein paar Passanten schauen mich unverständlich an. Alles Banausen!

Weiter nun, vorbei am Deutschen Museum und danach geht’s immer der Isar hinterher. Eigentlich den ganzen Tag. Allerdings wechselt sich die Landschaft schon ein wenig vom Isartal in zunehmend bewaldeteres Gebiet. Und aus den Münchner Frühsportlern und Joggern werden mehr und mehr Mountainbiker. Das Wetter hält sich entgegen der Vorhersage doch recht gut und ich kann gemütlich eine Brotzeit einlegen.

Das Bild passt doch zum Tour-Motto😎

Ich hab dann heute auch erfahren, woran man den klassischen Münchner von Touristen und anderen unterscheiden kann.😊 Der Münchner an sich hat in jeder Lebenslage den Pulli über die Schultern gelegt und die Ärmel akkurat vor der Brust verknotet. 😂 Diese Eindeutigkeit war mit neu. Aber ich hab sofort Bilder im Kopf. Ja! Da gibt es auch Verbindungen aus der Heimat nach München! 😂

Gerade geschrieben muss ich auch schon aufbrechen, weil es plötzlich ordentlich grummelt. Das hatte ich hier so im Wald nicht kommen sehen. Und schon rumst es, als hätte in Mordor einer nen Ring mitgehen lassen. Also Gas…

Aber nach 1-2 Kilometern hab ich wieder Vorsprung und kann in Kloster Schäftlarn endlich eine richtige Pause einlegen. Hier sind schon ca. 2/3 der Tagesetappe geschafft.

Entlang des Isarwerkkanals zieht es dann doch von alles Seiten zügig zu und ich entscheide mich für eine Pause und pack Rucksack und mich erst mal ein. Zwar noch kein Gebirgsgewitter, aber ordentlich. Und sicher ist sicher.

Als ich dann etwas nasser, aber wohl auf weiter gehen kann, kommt noch eine leichte Anhöhe in Icking und ich bin bald in Wolfratshausen!

An dieser Stelle noch einen schönen Gruß an die beiden Herren, die sich mit Ihrer Flasche Rotwein in der Brücke des Isar Wehres aufhielten und wirklich freundlich waren. Auf die Frage, warum ich nicht direkt nach Wolfratshausen durch gehe, sondern auf die andere Flussseite wechsel, wo es ja deutlich höher rauf und am Ende eh wieder runter geht…. Deshalb bin ich da! Flach hätte ich ja auch zur Küste laufen können. Und hätte dabei noch die Zugfahrt nach München gespart.😂

Wie geplant bin ich jetzt in Wolfratshausen angekommen.

Aber, dass war doch etwas länger, als erwartet. Und die Socken qualmen mächtig. Und mit dem Gewicht vom Rucksack muss ich mir noch ein Feintuning überlegen. Die ca. 16-17 kg heute, bei über 38km Strecke waren schon heftig. Zumindest wenn es dann in einigen Tagen Hochalpin geht. Auch wenn ich vermute, dass ich bis dahin körperlich bestimmt 2-3 Kilo verloren haben werde.

Jetzt aber ab in die Dusche und schauen, was der Humplbräu so kulinarisch auffahren kann.

Und dann ab in die Waagerechte. Hoffentlich Katern die Muskeln morgen nicht zu viel. Es stehen ja noch 20-30 Etappen auf dem Plan, wenn die Füße tragen. Aber Pläne sind ja relativ….

… denn „Der Weg ist das Ziel!“ 😊